Audi erinnert mit A2 e-tron ans Erbe „Vorsprung durch Technik“
Der Ur-A2 galt als vorbildlich, wegen seines geringen Luftwiderstands und Leichtbaus. Beliebt war er aber zunächst nicht, bald folgte die Einstellung. Dem neuen A2 e-tron soll mit E-Antrieb ein besseres Schicksal beschieden sein.
Wer ab sofort wieder „A“ sagt, darf ruhigen Gewissens eine „2“ dranhängen. Der A2 gilt bei Audi als Kapitel mit Widersprüchen, seine stromlinienförmige Ausführung hat ihm Ende der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts Spott eingebracht, der erzielte niedrige Luftwiderstandsbeiwert, das niedrige Gewicht (Leichtbau) und der zurückhaltende Kraftstoffverbrauch haben ihm dagegen reichlich Respekt verschafft. Die Stückzahlen, die Audi mit dem Kompaktwagen bis 2005 erzielte, lösten im Management allerdings keine Jubelsprünge aus, der A2 lief ohne Ersatz aus.
21 Jahre später kehrt der A2 als e-tron zurück, durchaus mit Karosserie-Zitaten, jedoch mit völlig neuer technischer Grundlage und erst recht mit dem Anspruch auf Erfolg. Denn der A2 e-tron kommt zu einer Zeit, in der Elektromobilität zunehmend Akzeptanz findet, die Widerstände gegenüber dem alternativen, CO2-freien Antrieb im Abbau begriffen sind. Mit einem prüfstandsbezogenen Durchschnittsverbrauch von 12,8 Kilowattstunden je 100 Kilometer kann der Kleinwagen in Verbindung mit einem so genannten „Effizienzpaket“ aufwarten. In Zeiten hoher Benzin- und Dieseltarife lässt sich damit Aufmerksamkeit erzielen.
Dabei verwendet der A2 e-tron als technische Grundlage den weiterentwickelten MEB (modularer E-Antriebsbaukasten) des VW-Konzerns. Dieser hat den Fokus auf Heckantrieb und stellt genügend Raum bereit für Akkus unterschiedlicher Größen und Kapazitäten. Audi wirbt mit einem Energiegehalt von wahlweise 51, 62 und 84 Kilowattstunden brutto sowie mit einer maximalen WLTP-Reichweite von 627 Kilometern.
Vier Leistungsstufen sind vorgesehen. Das Angebot beginnt mit 170 PS und setzt sich fort mit 190, 231 und 326 PS. Das Basismodell wird mit dem 51-kWh-Akku zusammengespannt, die 190-PS-Version mit dem 62-kWh-Speicher. Den Rest verknüpft Audi mit der 84-kWh-Batterie. Alle Ausführungen setzen auf Heckantrieb, die Topversion beschleunigt in 5,7 Sekunden von null auf 100 km/h, während der Basis-A2-e-tron für den Standardsprint 8,8 Sekunden benötigt.
Die beiden kleineren Batterien (LFP, Eisenphosphat) verfügen über eine Ladeleistung von 100 Kilowatt, der größte Akku (NMC, Nickel-Mangan-Kobalt) kommt auf 183 Kilowatt. Bestellbar ist das Modell ab 36.600 Euro. (hösch)
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