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Außenministertreffen zu Straße von Hormuz im Oman verschoben

Die Meeresenge ist zentraler Streitpunkt im Iran-Krieg
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Die diplomatischen Bemühungen zur Lösung der Krise im Nahen Osten haben am Montag einen Rückschlag erlitten. Ein geplantes Treffen zwischen dem Iran und den Golfstaaten wurde verschoben, während Angriffe auf die wichtigsten Öltransportrouten der Region die Sorgen über Engpässe bei der weltweiten Energieversorgung verstärkten. Laut Angaben aus Teheran ist die Eskalation im Jemen ein Grund für die Verschiebung.

"Saudi-Arabien hat darum gebeten, dass diese Sitzung nicht stattfindet", sagte Außenamtssprecher Esmail Baghaei in Teheran. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten. Vergangene Woche waren die mit dem Iran verbündeten Houthi-Rebellen im Bürgerkriegsland Jemen überraschend schnell zur wichtigen Meerenge Bab al-Mandab vorgerückt. Saudi-Arabien kämpft seit mehr als zehn Jahren an der Seite der international anerkannten Regierung im Jemen gegen die islamistische Miliz.

Offiziell dementiert die iranische Regierung, in den Vormarsch der Houthi involviert zu sein, und betont stets, die Bewegung agiere unabhängig. Baghaei sagte am Montag, Saudi-Arabien dürfe mit Blick auf die Eskalation im Jemen nicht auf den Iran verweisen. "Die Probleme im Jemen haben weit zurückreichende Wurzeln", sagte er.

Die Rohölpreise stiegen am Montag um mehr als zwei Prozent auf Werte von bis zu 107 Dollar je Fass. Am Wochenende hatten Angriffe der Houthi auf Saudi-Arabien zur Schließung einer wichtigen, 1.200 Kilometer langen Ost-West-Pipeline geführt. Zudem schürten iranische Angriffe auf Schiffe im Golf die Verunsicherung der Anleger.

Der omanische Außenminister Sayyid Badr al-Busaidi teilte am späten Sonntag mit, dass das für Montag geplante Regionaltreffen verschoben worden sei. Iranische Regierungsvertreter hatten angekündigt, an dem Treffen mit den arabischen Golfstaaten teilzunehmen, um eine Vereinbarung mit dem Oman über die Schifffahrtsrouten durch die Straße von Hormuz vorzulegen. Durch diese Meerenge wurde vor dem Krieg etwa ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert. Einem Vertreter des iranischen Außenministeriums zufolge wurde das Treffen auf Wunsch einiger Länder der Region verschoben. Der Iran werde sich mit dem Oman abstimmen, um einen neuen Termin zu finden, meldete die iranische Nachrichtenagentur FARS.

Die Verschiebung folgte auf die Entscheidung Saudi-Arabiens, seine Pipeline vorübergehend stillzulegen. Diese dient als Hauptroute, um die Straße von Hormuz zu umgehen. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO teilte am Sonntag mit, ein Schiff sei bei der Passage der Straße von Hormuz von einem Projektil getroffen worden, wodurch ein Brand ausbrach. Der Iran erklärte seinerseits, ein Mensch sei ums Leben gekommen und vier Besatzungsmitglieder verletzt worden, als ein iranisches Handelsschiff vor der Küste beschossen wurde. Die Zahl der Frachtschiffe, die die Straße von Hormuz passierten, sank am Wochenende nach vorläufigen Daten zur Schiffsverfolgung auf einen einstelligen Wert pro Tag, nachdem der Durchschnitt der vergangenen zehn Tage bei 14 gelegen hatte.

Die Störung an der Straße von Hormuz ist nach Einschätzung von Omans Energieminister Salim al-Aufi voraussichtlich eine kurzfristige Angelegenheit. Mittelfristig dürfte sich die Lage stabilisieren, erklärte al-Aufi. Sein Land könne weiter Öl und Gas fördern. Die rasant steigenden Preise für Öl und Flüssigerdgas (LNG) sind dem Minister zufolge auf Dauer für niemanden tragbar. Zudem sollten alternative Exportwege über den Oman oder den Jemen erschlossen werden.

Unterdessen nimmt die Reederei Maersk gemeinsam mit dem deutschen Partner Hapag-Lloyd vier weitere Liniendienste durch den Suezkanal wieder auf. Die Unternehmen kehren damit schrittweise zur Nutzung dieses Seewegs zwischen Asien und Europa zurück, wie der dänische Schifffahrtskonzern mitteilte.

Die Ölpreise waren in der vergangenen Woche erstmals seit Juli über 100 Dollar gestiegen. Das schlug auch auf die Benzinpreise durch: In den USA stieg der Preis für Diesel auf ein Rekordhoch von mehr als 6,20 Dollar pro Gallone. Händler und saudi-arabische Ölabnehmer sagten der Nachrichtenagentur Reuters am Sonntag, dass Riad im Hafen von Yanbu am Roten Meer genügend Öl gelagert habe, um die Exporte zunächst aufrechtzuerhalten, sollte die Pipeline geschlossen bleiben.

Die Angriffe der Houthi-Rebellen auf Ziele in Saudi-Arabien hielten jedoch an. Staatsmedien zeigten Bilder von Schäden an Häusern und einer Moschee in der südlichen Provinz Jazan. Die vom Iran unterstützten Houthi erklärten zudem, sie hätten einen saudi-arabischen Militärstützpunkt angegriffen, nachdem sie die Insel Perim in der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

Der Vormarsch der Rebellen stellt Washington vor ein Dilemma, da die US-Regierung ihre saudi-arabischen Verbündeten unterstützen, einen direkten Kriegseintritt aber vermeiden will. Dem Vernehmen nach bat der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman US-Präsident Donald Trump am Donnerstag telefonisch um militärische Unterstützung. Trump habe ihm jedoch vorerst Unterstützung durch Geheimdienstinformationen angeboten, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.