Dorfer über den Fall Gunkl: „Außerhalb jeglicher Vorstellungskraft“
Kabarettist Alfred Dorfer äußerte sich zu dem mutmaßlichen Kindesmissbrauch durch seinen ehemaligen Kollegen Günther Paal.
Mit „Schock und Unglauben“ hat der Kabarettist Alfred Dorfer, der mit Günther „Gunkl“ Paal jahrelang zusammengearbeitet hat, zunächst auf die Nachricht über den mutmaßlichen Kindesmissbrauch durch seinen ehemaligen Kollegen reagiert. Das sagte er in einem Interview im Falter Radio. „Ein Teil von mir hat das nicht für wahr halten können. Also habe ich ihm eine SMS geschrieben und gefragt, ob es stimmt“, woraufhin Paal ihm den Sachverhalt bestätigt habe.
„Da gab es dann nichts mehr zu interpretieren“, so Dorfer, der von großer Fassungslosigkeit in der Szene berichtet. Kontakt zu Paal habe er seit Jahren nicht mehr gehabt. „Wir waren eine Band, die 2014 zuletzt aufgetreten ist und danach hatte niemand mehr etwas miteinander zu tun“, so Dorfer. Im Rahmen von Tourneen habe man in den Jahren der Zusammenarbeit zwar viel Zeit miteinander verbracht, aber nie genau nachgefragt, wie es den anderen wirklich gehe. „Wir sind da nicht in seelische Tiefen und Untiefen vorgedrungen“, sagte Dorfer. Dass Paal derartige Taten setzen könnte, sei aber auch damals „außerhalb jeglicher Vorstellungskraft“ gewesen.
Wichtig war es für Dorfer, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe auch ein mittlerweile nicht mehr abrufbares Posting auf Social Media abgesetzt hat, Stellung zu beziehen. Nach wie vor gebe es zu wenig „Bewusstseinserweckung“ für das Thema. „Wenn dieser Fall etwas Gutes haben soll, dann das, dass er Initiativen evoziert, wo dieser Schritt von der Neigung zur Tat unterbrochen wird.“ Es sei dringend notwendig, potenzielle Missbrauchstäter präventiv zu unterstützen, um Taten zu verhindern. (APA)
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