Abseilroute im Dunkeln nicht gefunden: Kletterer am Gamskopf bei Tristach geborgen
Eine Klettertour in den Lienzer Dolomiten hat am Samstag für zwei Männer mit einer nächtlichen Taubergung geendet. Die beiden erreichten den Gipfel erst gegen 20 Uhr und konnten den Abstieg im Dunkeln nicht mehr finden.
Zwei tschechische Kletterer sind am Samstagabend am Gamskopf in den Lienzer Dolomiten in Bergnot geraten. Da die Männer keine Stirnlampen mitführten und im Dunkeln die Abseilroute nicht mehr fanden, mussten sie mit einem Notarzthubschrauber geborgen werden. Was war genau passiert?
Laut Polizei hatten sich die 51 und 48 Jahre alten Alpinisten für die rund 300 Meter lange Klettertour „Pettauer Verschneidung“ im Gemeindegebiet von Tristach entschieden. Die Route weist den Schwierigkeitsgrad 4+ auf. Gegen 11 Uhr erreichte das Duo den Einstieg und begann mit der Tour. Sie waren laut Beamten vollständig mit Kletterausrüstung ausgestattet und wechselten einander beim Vorstieg ab.
Wegen des teilweise brüchigen Felsens und der schwierigen Routenfindung erreichten die beiden den Gipfel erst gegen 20 Uhr. Anschließend wollten sie über die vorhandene Abseilpiste ins Tal gelangen. In der bereits eingetretenen Dunkelheit konnten sie die Route jedoch nicht mehr finden. Stirnlampen hatten sie laut Polizei keine dabei.
Per Tau geborgen
Die Kletterer verständigten einen Bekannten auf der Karlsbaderhütte, der die Rettungskräfte alarmierte. Ein Voraustrupp der Bergrettung und der Alpinpolizei stieg von der Hütte zu den Männern auf. Gleichzeitig wurde ein Notarzthubschrauber zur Unterstützung angefordert.
Die Hubschrauberbesatzung barg die beiden Kletterer schließlich per Tau aus der Wand. Zu diesem Zeitpunkt war der Voraustrupp bereits bis ins obere Drittel der Wand vorgedrungen. Die unverletzten Männer wurden zum Flugplatz Nikolsdorf geflogen. Im Einsatz standen 14 Mitglieder der Bergrettung Lienz und die Alpinpolizei. (TT.com)