Studieren mit allen Sinnen

Innsbruck in zehn Akten

Hinterhof erkunden und den Alltagsstress kurz vergessen: Direkt hinter Innsbruck beginnt die beeindruckende Bergwelt der Nordkette.
© Natalie Hagleitner

Eine Wintersemester-Liste für alle, die Innsbruck nicht nur studierend, sondern auch kulturell, kulinarisch und gelegentlich bis zum Morgengrauen erleben wollen.

Ein Wintersemester in Innsbruck beginnt mit überfüllten Fahrradständern vor der Bib und der festen Überzeugung, diesmal wirklich von Anfang an mitzuschreiben. Die ersten Abgaben sind aber noch weit entfernt, und damit bleibt genug Zeit, die Stadt jenseits des Hörsaals zu erkunden: von kleinen Bühnen bis zu alpinen Ausflügen.

1. Ab ins Ungewisse

Im Leokino und im Cinematograph laufen viele Filme, die es selten ins Multiplex schaffen. Das beste Auswahlverfahren: jenen Film wählen, der am seltsamsten klingt, und sich ohne Trailer oder Rezensionen darauf einlassen. Im besten Fall folgt eine Entdeckung, im zweitbesten eine lange Diskussion darüber, was das

2. Bühne frei

Das Tiroler Landestheater zeigt mit schillernden Produktionen wie der „Rocky Horror Show“, dass Theater jung und modern sein kann. Das gilt auch für die kleinen Bühnen der Stadt: im Kellertheater, BRUX, Theater praesent oder Bogentheater. Dort sitzt man übrigens ganz nah am Geschehen.

3. Kunst erleben

Für einen Galeriebesuch braucht es kein kunsttheoretisches Vorwissen. Das Taxispalais, der Kunstpavillon und die Neue Galerie zeigen zeitgenössische Kunst, die schön, politisch, irritierend oder alles zugleich sein kann.

4. Worte wirken lassen

Beim Poetry Slam in der Bäckerei zeigt sich, was mit einem Mikrofon und wenigen Minuten Bühnenzeit alles möglich ist. Welcher Text am Ende gewinnt, entscheidet das Publikum.

5. Neues hören

In der PMK und im Treibhaus treten regelmäßig Künstler auf, deren Namen vielleicht noch unbekannt sind – und gerade deshalb gehört werden sollten. Zwischen Punk, Elektronik, Jazz, Indie und Experimentellem ist vieles möglich.

6. Literatur live

Im Literaturhaus am Inn bekommen Bücher eine Stimme. Autor:innen lesen aus ihren Werken und sprechen über das Schreiben und den kreativen Prozess.

7. Kulinarik

Der vegane Beefelicious Wrap im Moustache und die Pizzen im Tribaun gehören probiert. Mittwochs gibt es im Tribaun außerdem ein Pubquiz, gelegentlich auch Livemusik.

Ausblick vom Café 360 Grad: Mit einem schicken Drink startet man den Barhoppingabend.
© Natalie Hagleitner

8. Bars

Solange das Wintersemester so tut, als wäre es noch Spätsommer, bietet sich ein schicker Drink im Café 360 Grad mit Blick über Innsbruck an. Danach geht es weiter ins Tacheles, wo auch das Barfood überzeugt.

9. Bis zum Morgen

Zu jedem Semester gehört auch eine Nacht, die zeitlich aus dem Ruder läuft. In den Bögen gelingt das zuverlässig, etwa in der Arche oder der Tante Emma.

10. Raus ins Freie

Ein Sonnenuntergang auf der Nordkette oder am Patscherkofel gehört zum Innsbrucker Pflichtprogramm. Vom Hafelekar Richtung Pfeishütte lässt sich außerdem Innsbrucks alpiner Hinterhof und seine schroffe Berglandschaft erkunden.