„Kosten nicht abwälzen“

Kritik von AK: Speicher-Rabatte könnten Strom für Haushalte verteuern

Die Stromnetz-Tarife sollen reformiert werden.
© TT/Rita Falk

Die AK warnt davor, Stromspeicher vom Netzentgelt zu befreien. Die fehlenden Einnahmen müssten dann aber alle Haushalte bezahlen. Es geht um Hunderte Millionen.

Eine Tarifreform soll die Stromnetz-Entgelte für Haushalte drücken. Doch die Arbeiterkammer (AK) warnt vor weitreichenden Rabatten für Stromspeicher. Deren Kosten müssten dann die Haushalte tragen, weil die Gesamtkostenkosten der Netzbetreiber auf alle Nutzer aufgeteilt werden.

„Schon heute zahlen die übrigen NetznutzerInnen rund 60 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich, weil zahlreiche Pumpspeicher von Netzentgelten befreit sind oder reduzierte Entgelte entrichten“, kritisiert die AK.

350 Mio. Euro Mehrkosten für Haushalte?

Würde das Ausbauziel von fünf Gigawatt Speichern vollständig von den Netzentgelten befreit, würde dies die übrigen Netzkunden mit rund 350 Millionen Euro pro Jahr belasten.

Die Regulierungsbehörde E-Control habe im Zuge der Tarifreform einen guten Vorschlag auf den Tisch gelegt, „der nicht aufgeweicht werden sollte“, so die AK. Sie kritisiert, dass die Speicherbranche zuletzt gemeinsam mit dem ÖVP-geführten Wirtschaftsministerium lobbyiert habe. Durch die steigende Vernetzung des heimischen mit dem europäischen Strommarkt bestehe die Gefahr, dass Netzentgeltrabatte ins Ausland „abfließen“.

„Speicher dringend nötig“

Österreich brauche „dringend mehr Speicher“, machte unterdessen die Energie Burgenland aufmerksam. Rund 15 Prozent der Wind- und Photovoltaik-Erzeugung würden aktuell abgeregelt, um kurz darauf Strom aus dem Ausland zu importieren. „Wir vernichten heimischen erneuerbaren Strom und importieren wenige Stunden später teuer. Die Lösung sind Speicher.“ (TT, APA)