Rotes und Weißes Kreuz

„Unwetter am Obersee“: Einsatzkräfte aus Ost und Süd übten gemeinsam

© TOLICOVA ECATERINA

Rund 180 Einsatzkräfte und Mitwirkende übten am Staller Sattel die Rettung von Menschen nach einem angenommenen Unwetter. An der Bezirksübung des Roten Kreuzes Osttirol beteiligten sich auch Partnerorganisationen aus der Region und aus Südtirol.

St. Jakob i. D. – Menschen im Wasser, Verletzte am Ufer und zwei Vermisste: Die Bezirksübung der Sondereinsatzgruppe (SEG) des Roten Kreuzes Osttirol verlangte den Beteiligten einiges ab. Unter dem Titel „Unwetter am Obersee“ hatte das Bezirksrettungskommando ein Szenario vorbereitet, bei dem mehrere Notlagen gleichzeitig zu bewältigen waren.

An der Übung beteiligten sich die Feuerwehr St. Jakob in Defereggen, das Weiße Kreuz Bruneck sowie die Wasserrettungen Osttirol und Bruneck. Das Kriseninterventionsteam Osttirol und die Notfallseelsorge des Weißen Kreuzes Bruneck übten gemeinsam die Betreuung psychisch belasteter Betroffener. Zudem beteiligten sich zahlreiche Notärztinnen und Notärzte aus Ost- und Südtirol.

Das Versorgungslager bei der SEG-Übung am Staller Sattel.
© Ecaterina TOLICOVA

Das Übungsszenario begann mit einer Teambuilding-Veranstaltung am Obersee: Ein plötzlicher Wetterumschwung mit Starkregen, Hagel und kräftigen Böen brachte fünf Schlauchboote mit insgesamt 30 Personen in Schwierigkeiten. Mehrere Menschen gerieten ins Wasser; ein simulierter Hangrutsch verletzte weitere Personen am Ufer.

Verletzte, Vermisste und ein Tauchunfall

46 Figurantinnen und Figuranten stellten verletzte und unverletzte Betroffene dar. Die dargestellten Notfälle reichten von leichten Verletzungen über Unterkühlungen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen. Ein simulierter Tauchunfall während der Vermisstensuche erforderte eine rasche Anpassung der Maßnahmen.

Für Mario Weis und Bernhard Ortner war der Übungstag zugleich ein Prüfungstermin. Beide bestanden die praktische Prüfung und sind damit ausgebildete Einsatzleiter. Abgenommen wurde sie von Günther Schwemberger, dem stellvertretenden Landesrettungskommandanten des Roten Kreuzes Tirol.

Von links: Franz Köll (Einsatzführung und Ausbildung), Markus Glahn (Logistik und Versorgung), Bezirksrettungskommandant-Stellvertreter Peter Eder, die frisch geprüften Einsatzleiter Bernhard Ortner und Mario Weis, Bezirksrettungskommandant Reinhard Stotter, Günther Schwemberger (stellvertretender Landesrettungskommandant des Roten Kreuzes Tirol) sowie Egon Kleinlercher (Bezirksstellenleiter und Vizepräsident des Roten Kreuzes Tirol).
© TOLICOVA ECATERINA

Die Zusammenarbeit über Organisations- und Landesgrenzen hinweg stand dabei besonders im Mittelpunkt. „Gerade für unseren Bezirk ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Gemeinsame Übungen helfen uns, einander besser kennenzulernen und unsere Abläufe aufeinander abzustimmen“, betont Bezirksrettungskommandant Reinhard Stotter.