Suche nach Ende des Iran-Kriegs: Neuer Vorschlag aus Teheran
Die USA und der Iran sprechen über Vermittler wieder miteinander. Israels Regierungschef Netanjahu bezeichnete Völkermord-Vorwurf vor der UNO als „größte Lüge des Jahrhunderts“.
Der Iran hat den USA Medien zufolge einen neuen Vorschlag zur Wiederaufnahme der Verhandlungen über ein mögliches Ende des Krieges vorgelegt. Über Vermittler sei der US-Regierung ein Plan vorgelegt worden, wonach die Straße von Hormuz nach sieben Tagen wieder geöffnet werden könne, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt seien. Dies sagte Irans Außenminister Abbas Araqchi laut der New York Times und der Financial Times am Rande der UNO-Generaldebatte in New York vor Journalisten.
Der Plan könne sofort nach Zustimmung Washingtons umgesetzt werden, sagte Araqchi demnach. Auf welche Bedingungen er sich bei seinen Äußerungen bezogen haben soll, blieb offen. Araqchi verwies angeblich auf das bereits im Juni vereinbarte und schnell gescheiterte Rahmenabkommen, das eigentlich auf die Öffnung der Meerenge hinwirken sollte.
Bewegung im Atomstreit?
Die USA müssen dem iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian zufolge über ein Ende des Krieges mit dem Iran entscheiden. „Es ist Amerika, das entscheiden muss, ob es dies beenden will oder nicht“, erklärte er in einem Interview mit Fox News.
Pezeshkian erklärte gegenüber Fox News auch seine grundsätzliche Bereitschaft zur Herausgabe des hochangereicherten Urans im Besitz seines Landes. Nach Angaben der in Wien ansässigen Internationalen Atomenergie-Agentur (IAEA) verfügt die Islamische Republik über etwa 440 Kilogramm Uran mit einem Reinheitsgrad von etwa 60 Prozent.
Sowohl die USA als auch Israel haben immer wieder betont, den Bau einer iranischen Atombombe mit allen Mitteln zu verhindern. Im Juni des Vorjahres bombardierten die USA mit Tarnkappenbombern und Marschflugkörpern drei iranische Nuklearanlagen. Auf Nachfrage zu dem angeblichen Verhandlungsangebot der Iraner hieß es aus dem Weißen Haus lediglich: „Wir führen über die Vermittler positive und konstruktive Gespräche.“
„Lüge des Jahrhunderts“
Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sorgte am Donnerstag mit seinem Rundumschlag vor der UNO für Aufsehen. Internationale Vorwürfe gegen sein Land wies er zurück und griff zugleich seine Kritiker frontal an. „Israel des Völkermords zu bezichtigen, ist die größte Lüge des Jahrhunderts“, sagte er in New York. „Israel hat keinen Völkermord begangen. Israel hat einen Völkermord verhindert“, betonte Netanjahu in seiner Rede. Das sei nämlich genau das, was die islamistische Terrororganisation Hamas getan hätte, hätte Israel sie nicht gestoppt.
Auch gegen New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani teilte er aus und bezeichnete einen seiner schärfsten Kritiker als „antisemitisch“. Wenige Stunden zuvor hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas Israel in seiner per Video vor der UNO gezeigten Rede einen „Völkermordkrieg“ im Gazastreifen vorgeworfen.
Kritik gab es auch rund um das UNO-Hauptquartier im Osten Manhattans: Bei Protesten gegen Netanjahus Auftritt gab es mehrere Festnahmen. Als er im UNO-Gebäude an das Podium trat, standen zahlreiche Delegationen im Zuhörerraum auf und verließen den Saal. (TT, dpa, Reuters)
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