Russell rettete Sieg über die Ziellinie, große Aufholjagd von Antonelli
Das war nichts für schwache Nerven: George Russell schien in Baku lange Zeit unantastbar. Am Ende waren es Tausendstelsekunden, die im Duell mit Max Verstappen über den Sieg entschieden.
George Russell hat seine Ambitionen in der Formel-1-WM mit einem Start-Ziel-Sieg beim Großen Preis von Aserbaidschan wieder aufflammen lassen. Der Mercedes-Pilot triumphierte am Samstag in Baku knapp vor Max Verstappen und dessen Red-Bull-Teamkollegen Isack Hadjar. WM-Leader Kimi Antonelli kam nach einem verpatzten Qualifying von Startplatz 16 noch auf den fünften Rang und hielt den Schaden damit in Grenzen. In der Gesamtwertung führt der Italiener nun 66 Punkte vor Russell.
Für Russell war es der dritte Saisonsieg und der erste seit Spielberg vor drei Monaten. Verstappen krönte eine Aufholjagd vom achten Startplatz, die Ziellinie überquerte der Vierfach-Champion nur knapp zwei Zehntel hinter dem Engländer. Hadjar meldete sich unterdessen bei seinem Comeback nach einer Handgelenksverletzung eindrucksvoll zurück.
Das Ferrari-Duo Charles Leclerc und Lewis Hamilton beendete den Grand Prix, der wegen eines nationalen Gedenktages in Aserbaidschan bereits einen Tag früher als üblich gefahren wurde, auf den Plätzen vier und sechs. McLaren erlebte einen schwarzen Tag ohne Punkte. Titelverteidiger Lando Norris schied unverschuldet aus, Oscar Piastri verbremste sich und fiel weit zurück.
Russell auch im Rennen überlegen
Russell hatte sich im Qualifying die Pole Position mit einem Vorsprung von mehr als acht Zehntelsekunden gesichert und verteidigte die Spitzenposition auch beim Start ohne Probleme. Während Russell seine Führung stetig ausbaute, mühte sich Antonelli im Verkehr. Anders als in Monza, wo er von Startplatz 19 zum Sieg gerast war, kämpfte sich der 20-Jährige deutlich langsamer durch das Feld. In der 17. von 51 Runden befand sich Antonelli als Zehnter erstmals in den Punkterängen.
Hinter Russell verfolgte das Red-Bull-Duo den McLaren von Oscar Piastri. Lange Zeit sorgte einzig das (Boxenfunk-)Duell zwischen Verstappen und dem zu diesem Zeitpunkt etwas schnelleren Hadjar für Unterhaltung. Antonelli profitierte von einem Verbremser von Norris, der ihm dadurch eine Position schenkte. Dann wurde es kurzweiliger: In der 31. Runde landete Alexander Albon mit seinem Williams in der Streckenbegrenzung und verursachte die erste Safety-Car-Phase.
Strategische Kniffe waren aber kaum möglich, weil alle Fahrer zu ihrem einzigen Reifenwechsel in die Box fuhren. Beim Restart ging Verstappen an Piastri vorbei, dahinter schoss Alpine-Pilot Franco Colapinto nach einem Verbremser in der ersten Kurve sich selbst, seinen Teamkollegen Pierre Gasly und Norris aus dem Rennen. Wenig später verpasste auch Piastri den Bremspunkt nach der Start-Ziel-Geraden und rutschte aus den Punkterängen. An der Spitze konnte Verstappen dem „Silberpfeil“ von Russell zwar folgen, aber keinen Angriff mehr auf den Sieg starten.
In der letzten Runde crashte auch Valtteri Bottas, der Cadillac stand im letzten Streckensektor an gefährlicher Position im Weg. Die Rennleitung entschied sich gegen ein Safety Car jeglicher Art, weshalb Verstappen noch einmal näher an Russell herankam. Der Mercedes-Pilot rettete den Vorsprung aber über die Ziellinie und damit auch seine WM-Hoffnungen. Am kommenden Wochenende wird der Große Preis von Bahrain nachgeholt, der wegen des Iran-Krieges erst abgesagt worden war und nun in Sepang (Malaysia) stattfindet. (APA, TT.com)
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