Chronik Österreich

Österreich verschwendet 3.000 Tonnen Lebensmittel täglich

Rund 140 LKW-Landungen Lebensmittel landen im Müll
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In Österreich werden laut Umweltorganisation WWF täglich mehr als 3.000 Tonnen Lebensmittel verschwendet. Das entspräche rund 140 Lkw-Ladungen. Mehr als die Hälfte der Menge fällt in den Privathaushalten an. Anlässlich des Tages gegen Lebensmittelverschwendung forderte der WWF am Montag in einer Aussendung von der Politik verbindliche Reduktionsziele entlang der gesamten Versorgungskette sowie bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden.

Die Umweltschützer berufen sich bei der Berechnung auf Zahlen des Umweltbundesamts und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU). Demnach werden in Österreich jährlich mehr als 1,2 Millionen Tonnen verschwendet. "Mit jedem weggeworfenen Lebensmittel verschwenden wir auch wertvollen Boden, Wasser, Energie und die Arbeit vieler Menschen. Die Politik muss dafür sorgen, dass die Verschwendung vom Feld bis zum Teller wirksam sinkt", mahnte WWF-Expertin Julia Haslinger.

Um der Verschwendung entgegenzuwirken, fordert die Umweltorganisation bessere Bedingungen für Lebensmittelspenden. Es brauche steuerliche Anreize und klarere Haftungsregeln für spendende Unternehmen sowie mehr Mittel bei der Spendenverteilung. In den Privathaushalten ist die Verschwendung laut WWF vor allem auf falsche Lagerung und Kauf über den Bedarf hinaus zurückzuführen.

Österreichweit sei die Gesamtmenge seit 2020 um drei Prozent zurückgegangen, ergänzte der Handelsverband, der Anteil des Handels sei von rund sieben auf sechs Prozent gesunken. "Damit hat der Handel seinen Anteil um rund 14 Prozent reduziert", sagte HV-Geschäftsführer Rainer Will. Das jährliche Spendenaufkommen der Branche belaufe sich auf rund 22.000 Tonnen, umgerechnet mehr als 44 Millionen Mahlzeiten, durch Kooperationen mit Sozialeinrichtungen wie der Tafel Österreich.

Die Lebensmittelhändler unterstützen die Kampagne des Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums "Mach's wie Oma: Rette Lebensmittel!". Sie richtet sich vorrangig an 18- bis 30-Jährige, bei denen großes Potenzial bestehe, mit gezielter Ansprache etwas zu bewegen. Denn pro Person werden demnach jährlich rund 69 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen. Rund 37 Kilo davon wären vermeidbar. Das entspricht einem Warenwert von etwa 400 Euro pro Person und Jahr, so der HV.

Restmüllanalysen zeigen laut dem Verein Land schafft Leben, was zu Hause besonders häufig in der Tonne landet: Brot, Süß- und Backwaren sowie Obst und Gemüse. "Was für den einen übrig bleibt, wird für den anderen dringend gebraucht", unterstrich Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Wiener Samariterbunds. 2025 wurden rund 1.300 Tonnen gerettete Lebensmittel in den fünf Sozialmärkten in der Hauptstadt angeboten, die Zahl der registrierten Kunden stieg auf über 26.000 (2020: 17.000). Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) appellierte: "Lebensmittel gehören auf den Teller, nicht in den Mistkübel." Oft würden dafür schon ein paar einfache Gewohnheiten reichen, "die unsere Großelterngeneration noch ganz selbstverständlich gelebt hat".

Der Internationale Tag gegen Lebensmittelverschwendung findet jedes Jahr am 29. September statt. Die Vereinten Nationen wollen damit auf das Problem der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen.