Tunesier protestieren gegen Abschiebung

Auf der Mittelmeerinsel Lampedusa, die seit Monaten mit einer massiven Flüchtlingswelle konfrontiert ist, ist eine Migrantenrevolte ausgebrochen. Rund 150 Tunesier, die in den vergangenen Tagen die Insel erreicht hatten, flüchteten am Montagnachmittag aus dem Auffanglager, in dem sie untergebracht worden waren, und demonstrierten unweit des Hafens gegen ihre geplante Abschiebung nach Tunesien.

Sie forderten die Behörden auf, sie so rasch wie möglich aufs italienische Festland zu bringen, berichteten italienische Medien. Nach der Demonstration kehrten die Migranten ins Auffanglager zurück. Hier kam es jedoch zu Auseinandersetzungen und zwei Sicherheitsbeamte wurden leicht verletzt. Erst in der Nacht auf Dienstag trat wieder Ruhe im Auffanglager der Insel auf.

Die Unruhen waren ausgebrochen, nachdem die Tunesier erfahren hatten, dass sie in ihre Heimat abgeschoben werden sollen. Laut eines Abkommen zwischen Italien und Tunesien werden alle tunesische Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung abgeschoben. Bis Jahresende sollen 30.000 Migranten in ihre Heimat zurückgeführt werden, berichtete Italiens Innenminister Roberto Maroni.

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