Diskussion über Schuluniformen neu entbrannt

Die Ankündigung einer Kampagne der Freiheitlichen Jugend Burgenland für die Einführung von Schuluniformen sorgt bei der Jungen SPÖ und den Grünen für Empörung.

Eisenstadt – Geht es nach der Jungen FPÖ Burgenland, könnte in Zukunft einheitliche Bekleidung das Bild an heimischen Schulen prägen. „Schuluniform statt Markenzwang“ – unter diesem Motto wurde am Landesjugendtag am Wochenende der Beschluss gefasst, eine entsprechende Kampagne zu starten.

Mit der Kampagne wolle man dem „Markenzwang“ in Schulen ein Ende setzen und die Persönlichkeit der Schüler in den Vordergrund stellen, argumentierte Landesobmann Stefan Philipp. Kinder und Jugendliche würden heute viel zu oft danach bewertet, wie ihre Familien finanziell situiert seien: „Das passiert in unseren Schulen vor allem über die Kleidung. Fetzen sind das erste Statussymbol.“ Einheitliche und zentral angeschaffte Kleidung würde auch die Eltern spürbar belasten.

„Wir wollen weder biedere noch militärische Kostüme“, denkt Philipp nicht an „klassische“ Schuluniformen. Eine Hose, ein Leiberl und „unter Umständen Vorgaben zu den Schuhen“ sollte es sein. Ein eigenes Schullogo würde noch die Identität der Schulgemeinschaft und den Zusammenhalt zwischen den Schülern steigern, erklärte Philipp.

Rückendeckung für den blauen Vorstoß gibt es seitens der Bundes-FPÖ: Nationalratsabgeordneter Christian Höbert, Bundesjugendsprecher der FPÖ, unterstütze die Initiative „Schuluniform statt Markenzwang“ „voll und ganz“. Durch die Einführung einer Schuluniform würden sich die Jugendlichen in ihrer Kommunikation untereinander zwangsläufig wieder mehr auf charakterliche Eigenschaften und Interessen konzentrieren, argumentierte Höbert.

Junge SPÖ und Grüne erteilen „Zwangsmodell“ Absage

Die Jugendsprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler-Souschill, ist entsetzt ob des Vorschlages der Jungen FPÖ. „Wie restriktiv ist das denn? Die freie Entscheidung der Kleidungswahl, sei es bunt oder einfärbig, kurz oder lang, ist jeder und jedem Jugendlichen individuell zu überlassen.“ Es gehe hier um die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit und dazu brauche es Offenheit statt Zwang, so die Grüne. Die FPÖ fordere Zwang und Uniformierung. „Wir wollen freie und offene Entwicklungschancen für alle Kinder und Jugendlichen, und kein autoritäres Zwangsmodell“, empört sich Windbüchler-Souschill.

Tina Tauß, Bundesvorsitzende der Jungen Generation in der SPÖ meint in einer Aussendung, dass Schuluniformen „absolut nicht mehr zeitgemäß“ seien. „Anstatt rückwärtsgewandte, jugendfeindliche Vorschläge zu machen, sollte die FPÖ-Jugend besser die Bildungsreformen unterstützen“, fordert Tauß. Damit soziale Unterschiede in der Schule keine Rolle mehr spielen, brauche es gleiche Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer gemeinsamen Schule, meint die Vorsitzende der Jungen Generation.


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