83 Tote bei Menschenversuchen in den 40er Jahren in Guatemala

Wie jetzt bekannt wurde, hat es in Guatemala in den 1940-er Jahren Menschenversuche gegeben, die für zahlreiche Menschen tödlich endeten.

Washington – Bei Menschenversuchen von US-Medizinern in Guatemala vor rund 65 Jahren sind nach Angaben einer Untersuchungskommission mindestens 83 Menschen getötet worden.

Rund 5500 Testpersonen seien den Experimenten ausgesetzt gewesen, sagte ein Mitglied des von US-Präsident Barack Obama eingesetzten Gremiums am Montag bei der Vorstellung vorläufiger Untersuchungsergebnisse.

Die Forscher hätten 1300 von ihnen ohne deren Wissen mit den ansteckenden Geschlechtskrankheiten Tripper oder Syphilis infiziert. Medizinisch behandelt wurden allerdings nur etwa 700 von ihnen.

Die Menschenversuche hatten in den Jahren 1946 bis 1948 stattgefunden. Ein US-Arzt wollte über sie herausfinden, ob Tripper oder Syphilis mit dem damals noch neuen Wirkstoff Penicillin behandelt werden könnten.

Zunächst infizierte das Medizinerteam Prostituierte, dann ermunterten sie die Frauen zu ungeschütztem Sex mit Soldaten oder Gefängnisinsassen. Weil sich nur wenige Männer ansteckten, infizierten die Ärzte schließlich Soldaten, Gefängnisinsassen sowie psychisch Kranke direkt mit den Krankheitserregern.

US-Präsident Obama und seine Regierung hatten sich im Oktober offiziell bei Guatemala für die Menschenversuche entschuldigt. Einen Monat später setzte Obama die Untersuchungskommission ein, um die Vorgänge von damals aufzuklären. (APA/AFP)


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