Ende der 60-Watt-Glühbirne bringt gleich Preisschub bei Sparlampen

Das endgültige Aus der klassischen Glühbirne rückt einen weiteren Schritt näher. Am 1. September trifft der Bannstrahl nun die gefragten 60-Watt-Birnen. Händler dürfen dann nur noch Restbestände verkaufen. Durch die EU-Vorschrift soll Strom gespart werden. Hersteller Osram erhöht gleichzeitig den Preis für Energiesparlampen um bis zu 25 Prozent.

Wien, Berlin - Das von der EU verfügte Aus für Glühbirnen geht am 1. September in die nächste und vorletzte Runde: Ab diesem Datum dürfen jene mit 60 Watt und höher innerhalb der EU weder hergestellt noch importiert werden. Ganz von den Regalen verschwinden sie allerdings noch nicht. Die Händler dürfen nach dem Stichtag zwar keine neuen Glühbirnen ordern, aber ihr Bestände abverkaufen.

Im September 2009 hatte es laut Stufenplan die 100 Watt-Birnen getroffen, im darauffolgenden Jahr waren dann die 75er an der Reihe. Der letzte Schritt steht dann für den September 2012 auf dem Programm und wird alle übrigen Glühbirnen treffen.

All diese Maßnahmen trafen bei den meisten Konsumenten nicht auf Gegenliebe und ungeteilte Begeisterung: Zwar ist unbestritten, dass die alten Birnen wahre Energiefresser sind, aber die Haltbarkeit der effizienten Energiesparlampen entspricht in der Praxis oft nicht den Versprechungen der Hersteller. Zudem wird deren Licht oft als zu „kalt“ empfunden und viele enthalten auch noch giftiges Quecksilber, was eine entsprechende Entsorgung notwendig macht.

Osram verteuert Energiesparlampen um bis zu 25 Prozent

Gleichzeitig mit dem Verbot der 60-Watt-Glühbirne erhöht der Leuchtmittel-Hersteller Osram die Preise für Energiesparlampen. Begründet wurde die „außerordentliche Preiserhöhung“ der Siemens-Tochter zum 1. September mit einem drastischen Preisanstieg bei sogenannten seltenen Erden, die als Rohstoff benötigt werden. Im Schnitt liegen die Preiserhöhungen bei 20 bis 25 Prozent, sagte Osram-Vorstand Martin Goetzeler der „Financial Times Deutschland“. Betroffen sind Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen.

Der Zeitung zufolge will der niederländische Weltmarktführer Philips zum 1. Oktober ebenfalls mit einer Preiserhöhung nachziehen.

Fragen und Antworten zum Thema Glühbirnen-Aus

Für welche Glühbirnen gelten die Regelungen?

Seit September 2009 gilt das Verbot für herkömmliche Mattglas-Glühbirnen und Glühbirnen mit einer Leistung von 100 Watt. Ein Jahr später folgten Birnen mit mehr als 60 Watt, nun solche mit mehr als 40 Watt. Und im September 2012 sind dann Standard-Glühlampen mit einer Leistung von mehr als 10 Watt dran. Von 2016 an ist auch ein Großteil der Halogenlampen betroffen, die nicht so sparsam wie Leuchtstofflampen sind.

Was sollen die EU-Regeln von 2009 bewirken?

Herkömmliche Glühbirnen gelten als Stromfresser. Sie wandeln nur etwa fünf Prozent der aufgenommenen Energie in Licht um, der Rest wird als Wärme abgegeben. Die Bürger sollen deshalb zur Beleuchtung ihrer Wohnungen auf Leuchtstoff- oder LED-Lampen umsteigen. Mit der Verordnung werden keine Lampenarten verboten, sondern Anforderungen an Effizienz und Tauglichkeit aufgestellt. Da herkömmliche Lampen diesen Anforderungen nicht entsprechen, müssen sie aber schrittweise vom Markt verschwinden.

Wie viel weniger Strom brauchen Energiesparlampen?

Sie wandeln etwa 25 Prozent der Energie in Licht um und haben damit eine viel größere Ausbeute als herkömmliche Glühbirnen. Das Einsparvolumen beim Strom wird auf rund drei Viertel geschätzt.

Muss ich alle Standard-Glühbirnen jetzt wegwerfen?

Nein. Alle Lampen können weiter verwendet werden und Restbestände noch verkauft werden. Die EU-Verordnung regelt nur, was künftig in den Handel gebracht werden darf.

Gibt es Umweltprobleme mit den neuen Leuchten?

Ja, denn sie enthalten giftiges Quecksilber und dürfen deshalb nicht in den Hausmüll.

Wie erkennt man, welche Energiesparlampe die richtige ist?

Die Hersteller geben auf den Packungen den Stromverbrauch, die Lebensdauer, die Zeit, bis die Lampe leuchtet, die Umrechnung zur alten Wattzahl und die Wärme des Lichts an. Die Lebensdauer von Energiesparlampen variiert je nach Qualität und Preis nach Expertenschätzungen zwischen 1500 und 15 000 Stunden. Häufiges Ein- und Ausschalten kann sie verkürzen. Eine klassische Glühbirne hält meist nur 1000 Stunden.

Wie funktionieren Glühbirnen und wie die neuen Lampen?

In klassischen Glühbirnen wird ein Glühfaden aus Wolfram mit Strom so stark erhitzt, dass er Licht abgibt. Ein Gasgemisch im Glaskolben verhindert das Schmelzen des Fadens. Energiesparende Leuchtstofflampen sind mit einem elektrisch leitenden Gas gefüllt, ihre Innenseite ist mit einem Leuchtstoff beschichtet - wie eine winzige Neonröhre. Andere Varianten sind Halogenlampen (mit Glühdraht) und Leuchtdioden (LED), also Halbleiter, die leuchten, wenn Strom durch sie fließt.


Kommentieren


Schlagworte