NATO-Angriffe auf mögliche Gaddafi-Aufenthaltsorte

Die NATO hat in Libyen ihre Luftangriffe in der Region um Bani Walid verstärkt, wo die Aufständischen den Aufenthaltsort des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi vermuten. Die Militärallianz bombardierte in der Gegend der südöstlich von Tripolis gelegenen Stadt sechs Ziele. Erneute Angriffe flog die Militärallianz am Dienstag demnach auch in der Region von Gaddafis Heimatstadt Sirte.

Die NATO richtet sich darauf ein, auch nach dem Ende ihres Militäreinsatzes mit Schiffen und Flugzeugen vor und über Libyen präsent zu bleiben. Dies vereinbarten die Vertreter der 28 NATO-Staaten am Mittwoch im NATO-Rat in Brüssel. Eine Entsendung von Bodentruppen komme nicht in Frage. Aufklärungsflugzeuge im Himmel über Libyen und Schiffe vor der Küste seien aber für einen begrenzten Zeitraum möglich, sofern dies von der künftigen libyschen Regierung gewünscht werde, hieß es in der NATO-Zentrale.

Es sei „zu 80 Prozent sicher, dass Gaddafi immer noch in Libyen ist“, sagte der Militärbeauftragte im Nationalen Übergangsrat, Omar Hariri, am Mittwoch in Tripolis. Die Aufständischen setzten den verbliebenen Gaddafi-Anhängern ein Ultimatum bis Freitag, um sich zu ergeben. Um ein Blutvergießen zu vermeiden, sollten sie Gaddafis Heimatstadt Sirte friedlich übergeben.

Gaddafis Sohn Al-Saadi soll angeblich bereit sein, sich zu ergeben. Italienische Medien hatten berichtet, dass sich Al-Saadi Gaddafi zusammen mit seinem Vater nach wie vor in Libyen aufhalte und in der Wüstenstadt Bani Walid untergetaucht sei. Dagegen hatten sich Gaddafis Frau Safija, die Söhne Hannibal und Mohammed sowie die Tochter Aisha nach Algerien abgesetzt. Aisha hatte dort gestern eine Tochter zur Welt gebracht. Der Übergangsrat fordert von Algerien die Auslieferung der Familie Gaddafis.

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