Telekom-Aufsichtsrat tagt am Freitag zu den jüngsten Enthüllungen

Der Aufsichtsrat kommt am Freitag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Die Affäre weitet sich derweil ständig aus.

Wien – In der Telekom-Affäre soll am Freitag ein außerordentlicher Aufsichtsrat, der vom Kernaktionär ÖIAG einberufen wurde, Maßnahmen zur Aufklärung einleiten. Der genaue Ort und die Zeit dieses Aufsichtsrats wurden aber nicht bekanntgegeben. In Medien wurde darüber spekuliert, dass die Telekom einen externen bzw. nicht österreichischen Ermittler erhalten solle.

„Der außerordentliche Aufsichtsrat wird sich ausschließlich mit der Aufklärung aller derzeit zur Diskussion stehenden Sachverhalte beschäftigen und sich umfassend über den Stand der unternehmensinternen Aufklärungsarbeiten berichten lassen. Darüber hinaus soll die Einsetzung einer international renommierten externen Task Force vorgeschlagen werden, die die rasche und umfassende Aufklärung sicherstellen soll“, hieß es vergangenen Freitag in einer knappen gemeinsamen Aussendung von ÖIAG und Telekom.

Kursmanipulationen usw.

Die Telekom-Affäre hat in den vergangenen Wochen immer größere Ausmaße erreicht und beschäftigt die Justiz. Neben dem Skandal um die Kursmanipulation für Manager-Boni, wo bereits mehrere Ex-Manager der Justiz ihre Beteiligung gestanden haben, stehen die ungeklärten Zahlungen an den Berater Peter Hochegger im Zentrum. Rund 9 Mio. Euro sollen von der Telekom an Hochegger gezahlt worden sein, ohne dass dafür eine dokumentierte Gegenleistung vorliegt.

Korruptionsverdacht wird nun auch bei zahlreichen Geldflüssen an frühere Politiker geprüft. Auf Hocheggers Pay-roll standen unter anderem Ex-Infrastrukturminister Hubert Gorbach, dessen Vorgänger Mathias Reichhold, eine BZÖ-nahe Werbeagentur, Ex-FPÖ-Politiker Walter Meischberger, etc. etc. Für Aufsehen sorgte auch die Zahlung von 1,1 Mio. Euro durch die Telekom an den Lobbyisten Mensdorff-Pouilly, die mit dem Polizeifunkprojekt unter Innenminister Ernst Strasser in Zusammenhang stehen soll. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung, sie dementieren Korruptionsvorwürfe.

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