Fulminantes Feuerwerk bei Linzer Klangwolke

Was üblicherweise Schlusspunkt der alljährlichen Visualisierten Klangwolke in Linz ist, war heuer Hauptdarsteller: Bei „2011 - Feuerwelt. Eine Science-Fiction“ wurde Samstagabend eine knappe Stunde lang ein unvergleichliches Feuerwerk in den Himmel geschossen. Die laut Veranstalter - Brucknerhaus und ORF Oberösterreich - rund 120.000 Besucher kamen aus dem Staunen nicht heraus.

„Oooh! Aaah!“, schallte es von Beginn an durch den Donaupark, nach nicht einmal einer Minute der erste Zwischenapplaus. Raketen flogen wie UFOs durch die Luft, die Hochhäuser am gegenüberliegenden Ufer mutierten zu riesigen Robotern, ein Flugzeug sprühte Feuerregen über die Donau. Die unzähligen Explosionen glichen Schlaginstrumenten und verliehen der sphärischen Musik den nötigen Rhythmus. Insgesamt 4.000 Feuerwerkskörper erhellten den nächtlichen Himmel. Da musste selbst das ansonsten bunt blinkende Ars Electronica Center, seit Wochenmitte kulturelles Epizentrum der Stadt, für kurze Zeit pausieren.

Pyrotechniker Christian Czech und Regisseur Beda Percht haben ihre Klangwolke (Musik: Thierry Zaboitzeff) an den Roman Childhood‘s End“ (Die letzte Generation) von „2001“-Autor Arthur C. Clarke angelehnt. Erzählt wurde eine Geschichte von Außerirdischen, die die Menschheit bewachen, beschützen und letztendlich verlassen, weil sie „erwachsen“ geworden ist.

In Anbetracht des Schauwerts waren die Geschichte - u.a. von Prometheus, dem Feuerbringer und Freund der Menschheit - und Einspielungen von den Freiheitskämpfern Gandhi und Martin Luther King aber akustisches Beiwerk. Was schlussendlich von der Klangwolke blieb, war eine gewaltige Rauchwolke und die Gewissheit, dass Linz lange kein so großes Feuerwerk mehr sehen wird.

Kommenden Samstag behandelt die Kinderklangwolke „Der Supermarkt der Gefühle“ das Thema Werbung und bietet einen Massen-Kanon für alle zum Mitsingen. Den Klassik-Termin tags darauf, der wie immer vom Brucknerhaus live in den Donaupark übertragen wird, bestreitet die Filarmonica della Scala unter Daniel Harding mit Werken von Leonard Bernstein und Antonin Dvorak. Das Budget für alle drei Klangwolken liegt bei rund 600.000 Euro.


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