Schriftstellerin bekräftigt Vorwürfe gegen Strauss-Kahn
Die Französin Tristane Banon droht mit einer Zivilklage, falls ihre Strafanzeige wegen Vergewaltigung nicht verfolgt werde.
Paris – Die französische Schriftstellerin Tristane Banon hat dem frühren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn in einem Fernsehinterview mit einer Zivilklage gedroht. Sollte ihre Strafanzeige nicht verfolgt werden, werde sie ein Zivilverfahren anstrengen, sagte Banon am Montagabend im Gespräch mit dem französischen Sender Canal+. Es war ihr erstes Fernsehinterview, seit die 32-Jährige Strauss-Kahn im Juli wegen versuchter Vergewaltigung angezeigt hatte.
„Er schloss die Tür ab und ließ die Schlüssel im Schloss, ich fühlte mich nicht gut, aber ich hätte mir nicht vorstellen können, was passieren würde, und dann kämpften wir sehr schnell“, sagte Banon zu dem Vorfall, der sich nach ihren Angaben während eines Interviews mit dem sozialistischen Spitzenpolitiker im Februar 2003 in einer Pariser Wohnung ereignete. Hätte sie nicht viel Glück gehabt, hätte es mit einer Vergewaltigung geendet, sagte die sichtlich nervöse Banon, die zu dem Interview von ihrem Anwalt David Koubbi begleitet wurde.
Am Vorabend hatte sich Strauss-Kahn im Fernsehen zu den Vorwürfen Banons und einem weiteren Vorfall in einem New Yorker Hotel geäußert. Ein Zimmermädchen hatte ihm im Mai vorgeworfen, er habe sie in seinem Hotelzimmer zu vergewaltigen versucht und zum Oralsex gezwungen. Nachdem Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau aufgetaucht waren, hatte die Staatsanwaltschaft die Klage aber fallen gelassen. Anfang September konnte Strauss-Kahn nach Frankreich zurückkehren.
In dem Interview wandte Banon sich auch gegen Kritik, sie habe zu lange gewartet, ihre Vorwürfe gegen Strauss-Kahn publik zu machen. „Alle sagten mir, ich solle nicht zur Polizei gehen“, sagte Banon. Auch ihre Mutter, die sozialistische Politikerin Anne Mansouret, habe ihr damals von einer Anzeige abgeraten. Zwei Jahre später habe Anwalt Koubbi sie zu einer Anzeige gedrängt, doch sie habe es nicht gewagt. „Ich habe wirklich Angst vor der Macht“, sagte Banon im französischen Fernsehen. (APA/AFP)
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