Fischer in New York vom Secret Service „entführt“
Über die Effizienz des US-Secret Service weiß der durchschnittliche Kino- und TV-Konsument bestens Bescheid. Manchmal kann der Pflichteifer der Männer mit dem Knopf im Ohr aber auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
Als Bundespräsident Heinz Fischer, kurz zuvor in New York angekommen, samt Begleit-Tross sein Hotel verließ, um zum UNO-Gebäude zu fahren, genügten nur einige kurze Sekunden und wenige Meter Abstand - und prompt hatten die „Men in Black“ das heimische Staatsoberhaupt kurz entschlossen in eine Limousine verfrachtet, ohne dass Fischers diplomatische Begleiter die Chance hatten, zuzusteigen.
Hektische Telefonate und wagemutige Aufholmanöver waren in der Folge nötig, um schließlich doch noch dafür zu sorgen, dass der Bundespräsident nicht ohne jegliche diplomatische Entourage bei den Vereinten Nationen ankam, sondern dort gebührend im Empfang genommen wurde. Erster Termin: Eine Konferenz, die sich unter anderen mit Maßnahmen gegen das Ansteigen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen befasste.
Die hochrangige Konferenz widmete sich vor Beginn der 66. Generalversammlung der Vereinten Nationen den „neuen Seuchen“, die die Menschheit wesentlich stärker als Aids oder Malaria bedrohen. Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Krebs und chronische Lungenerkrankungen sind bereits für fast zwei Drittel der Todesfälle weltweit verantwortlich.
Fischers Befund: „Die Menschen müssen ihren Lebensstil und ihre Gewohnheiten ändern.“ Wissenschaftliche Grundlagen und entschlossene politische Entscheidungsträger kämen als weitere wichtige Faktoren dazu, um die fatalen Tendenzen mittelfristig zum Positiven, sprich Gesunden, zu ändern: „Wie ganz Europa auch, ist auch Österreich mit den Problemen Bewegungsmangel, Rauchen und Alkoholkonsum konfrontiert, speziell bei der jungen Bevölkerung.“ Der Bundespräsident berichtete vor der UNO-Konferenz aber auch von heimischen Maßnahmen, um dem Trend zum ungesunden Lebensstil und den damit verbundenen Konsequenzen entgegenzuwirken.
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