Weltpolitik

Gül in Deutschland - Staatsbesuch von Anschlag überschattet

Beim Besuch des türkischen Präsidenten wurde die ganze Bandbreite der deutsch-türkischen Beziehunen erörtert.

Osnabrück – Der Besuch des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül in Deutschland wurde am Dienstag von einem Terroranschlag in Ankara überschattet. Im Friedenssaal des Osnabrücker Rathauses (Niedersachsen) drückte Gül sein Bedauern über die Toten und Verletzten bei der schweren Explosion in der türkischen Hauptstadt aus. Er verurteilte den Terror aufs Schärfste. Den Angehörigen der Opfer sprach er sein Beileid aus.

Gül hatte am Dienstag gemeinsam mit seinem deutschen Amtskollegen Christian Wulff dessen Heimatstadt Osnabrück besucht. Am Morgen hatte sich Gül bereits mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen.

Viel Jubel und wenig Protest

Auf dem Platz vor dem Rathaus hatte die Nachricht von der schweren Explosion bei der Ankunft Wulffs und Güls noch nicht die Runde gemacht. Viele Schaulustige schwenkten deutsche und türkische Fahnen. Im Hintergrund demonstrierten einige Kurden mit Plakaten gegen Güls Besuch. Der Jubel der Menge übertönte den Protestchor.

Bei einem Gespräch am Vormittag mit Gül brachte Merkel ihre Sorge über die jüngsten Spannungen zwischen Israel und der Türkei zum Ausdruck. Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, beide hätten die ganze Bandbreite der deutsch-türkischen Beziehungen erörtert. Niedersachsens Integrationsministerin Aygül Özkan wertete den Staatsbesuch als wichtiges Zeichen für den Integrationsprozess. (tt.com/APA/dpa)