Afghanischer Ex-Präsident Rabbani bei Anschlag in Kabul getötet
Burhanuddin Rabbani ist am Dienstag in Kabul getötet worden. Eine Explosion vor seinem Haus riss offenbar fünf weiter Menschen in den Tod. Ein herber Rückschlag für die Friedensbemühungen der ISAF und der Regierung im Land.
Kabul - Schwerer Rückschlag für die Friedensbemühungen in Afghanistan: Der ehemalige afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani – Chef des hohen Friedensrates – ist am Dienstag bei einem Selbstmordanschlag in Kabul getötet worden.
Dies teilte ein Verbündeter Rabbanis mit. Gleichzeitig bestätigten zwei Reporter der Tiroler Tageszeitung im Norden eine entsprechende Meldungslage in Afghanistan.
Demnach sei Rabbani in seinem Haus in Kabul in der Nähe der US-Botschaft im Zentrum ums Leben gekommen. Zum Zeitpunkt der Detonation eines Sprengsatzes seien auch zwei Vertreter der Taliban vor Ort gewesen, mit denen er zu Gesprächen zusammengekommen war.
TT-Reporter vor Ort
Sie berichten, dass die Sicherheitslage nach dem Tod des vor allem im Norden des Landes als Held verehrten Politikers als kritisch eingestuft wird. Beide wurden von offizieller Seite darauf hingewiesen, dass die Lage insgesamt als labil einzustufen ist.
Bombe im Turban versteckt
Die Polizei bestätigte Angaben aus Rabbanis Entourage, wonach der 71-Jährige in seinem Haus durch eine in einem Turban eines Taliban versteckte Bombe getötet wurde. Rabbanis Haus befindet sich in der Nähe der US-Botschaft im Zentrum der afghanischen Hauptstadt. Die umliegenden Straßen des streng bewachten Diplomatenviertels wurden nach der heftigen Explosion abgesperrt.
Ein Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai teilte mit, der Staatschef werde einen Aufenthalt in den USA abkürzen und nach Afghanistan zurückkehren.
Rabbani wurde 1940 in Faizabad geboren, wo sich die beiden Reporter der TT gerade befinden: „Er ist hier ein echter Nationalheld“, berichtet Renate Kofler.
Der frühere Präsident war maßgeblich an den Friedensgesprächen mit den aufständischen Taliban beteiligt. Während der Herrschaft der Taliban war er politischer Führer der Nordallianz.
Nach dem Sturz des Taliban-Regimes kehrte Rabbani am im November 2001 nach Kabul zurück und übergab das Präsidentenamt im Dezember an Hamid Karzai. (tt.com, APA)
Den Blog der beiden TT-Reporter Renate Kofler und Jan Hetfleisch zu ihrer Afghanistan-Reise lesen Sie hier: http://blog.tt.com/afghanistan/
Kommentare