Gesellschaft

Taliban bekennen sich zu Tötung von Ex-Präsident

Die Taliban haben sich zu dem Selbstmordanschlag auf den früheren afghanischen Präsidenten Rabbani bekannt. Ein Taliban-Sprecher sagte, zwei Kämpfer hätten Rabbani in dessen Haus zu Gesprächen getroffen. Einer von beiden habe dann einen Sprengsatz gezündet. Dieser sei im Turban versteckt gewesen. Bei dem Anschlag seien neben Rabbani und den zwei Taliban auch vier Sicherheitskräfte getötet worden.

Rabbani, Vorgänger von Präsident Karzai, war zuletzt Chef des sogenannten Friedensrates. In dieser Funktion sollte er versuchen, den jahrelangen Konflikt am Hindukusch mit politischen Mitteln zu lösen. Zu seinen Aufgaben zählte vor allem, die Aussöhnung mit den radikalen Taliban voranzubringen.

Nach Angaben des Taliban-Sprechers kannte Rabbani die Attentäter. „Beide trafen ihn häufig in seinem Haus in Kabul und sicherten sich das Vertrauen Rabbanis und seiner Leibwächter“, sagte der Sprecher am Telefon von einem unbekannten Ort aus. „Sie sagten Rabbani, sie würden bald hochrangige Taliban-Führer zu ihm an den Verhandlungstisch bringen.“ Der Taliban-Sprecher ergänzte, ähnliche Attentate seien für die nahe Zukunft geplant.