Auf Schumis Spuren: So wird Vettel bereits am Sonntag Weltmeister
Bisher machten nur Mansell 1992 und Schumacher 2002 WM-Titel bereits fünf oder mehr Rennen vor Schluss perfekt.
Singapur – Acht Siege, vier zweite Plätze, als Vierter nur einmal nicht auf dem Podest - Sebastian Vettel hat die Formel-1-WM 2011 bisher auf selten zuvor gesehene Art und Weise dominiert. Der 24-jährige Red-Bull-Pilot könnte seinen zweiten WM-Titel bereits am Sonntag (14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) in Singapur im 14. von 19 Saisonrennen perfekt machen.
Fünf Rennen vor Schluss waren in der Formel-1-Geschichte bisher erst zwei Piloten als Weltmeister festgestanden - Nigel Mansell 1992 im Williams und Rekordchampion Michael Schumacher 2002 im Ferrari. Vettels deutschem Landsmann war das Kunststück vor neun Jahren sogar bereits im elften von 17 Saisonläufen am 21. Juli in Magny-Cours gelungen, das ist absoluter Rekord.
Erinnerungen an Schumacher
Vettels Dominanz erinnert tatsächlich an Schumacher. Der insgesamt siebenfache Champion hatte den WM-Titel Anfang des Jahrtausends dreimal bereits vier oder mehr Rennen vor Schluss endgültig in der Tasche - 2001, 2002 und 2004. Drei Grand Prix vor Saisonende war das zuvor jeweils zweimal den Briten Jim Clark (1963, 1965) und Jackie Stewart (1969, 1971) gelungen.
Nach 13 von 19 Saisonrennen führt Vettel mit 284 Zählern 112 Punkte vor Ferrari-Star Fernando Alonso (172 Punkte). Dahinter haben auch noch die McLaren-Piloten Jenson Button (167) und Lewis Hamilton (158) sowie sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber (167) rechnerische WM-Chancen. Realistisch geht es für die Konkurrenten allerdings nur noch um den zweiten Platz.
Denn Vettel hätte nach Singapur in der WM noch fünf weitere Matchbälle. Bereits den ersten würde der achtfache Saisonsieger am Sonntag verwerten, wenn ...
... er in Singapur gewinnt, Alonso nicht auf dem Podest landet und Button oder Webber nicht Zweiter werden.
... er in Singapur Zweiter wird, Hamilton nicht gewinnt, Button oder Webber nicht besser als Fünfter werden und Alonso nicht besser als Achter wird.
... er in Singapur Dritter wird, Hamilton nicht vor ihm landet, Button oder Webber nicht besser als Siebenter werden und Alonso nicht besser als Neunter wird.
Bisher entschiedene Formel-1-Weltmeisterschaften drei oder mehr Rennen vor Schluss mit Datum der Titelentscheidung:
1963 Jim Clark (GBR) Lotus - nach 7 von 10 Rennen (8. September 1963 im GP von Italien in Monza)
1965 Jim Clark (GBR) Lotus - nach 7 von 10 Rennen (1. August 1965 im GP von Deutschland auf dem Nürburgring)
1969 Jackie Stewart (GBR) Matra - nach 8 von 11 Rennen (7. September 1969 im GP von Italien in Monza)
1971 Jackie Stewart (GBR) Tyrrell - nach 8 von 11 Rennen (15. August 1971 im GP von Österreich in Spielberg)
1992 Nigel Mansell (GBR) Williams - nach 11 von 16 Rennen (16. August 1992 im GP von Ungarn in Budapest)
2001 Michael Schumacher (GER) Ferrari - nach 13 von 17 Rennen (19. August 2001 im GP von Ungarn in Budapest)
2002 Michael Schumacher (GER) Ferrari - nach 11 von 17 Rennen (21. Juli 2002 im GP von Frankreich in Magny-Cours)
2004 Michael Schumacher (GER) Ferrari - nach 14 von 18 Rennen (29. August 2004 im GP von Belgien in Spa-Francorchamps)
Dazu kommen seit 1950 elf Weltmeisterschaften, die zwei Rennen vor Schluss entschieden waren - u.a. 1977 für Niki Lauda (AUT/Ferrari) und 2005 für Fernando Alonso (ESP/Renault)
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