Web und Tech

Wikileaks versteigert Depeschen, Assange-Autogramm und Kaffee

Um die Kassen der Enthüllungsplattform wieder zu füllen, laufen derzeit auf Ebay mehrere Versteigerungen von Wikileaks-Reliquien.

London – Die Enthüllungsplattform Wikileaks versteigert seit dem Wochenende Erinnerungsstücke wie ein geschmuggeltes Kaffeepäckchen oder eine handsignierte Diplomatendepesche. Mit der Aktion im Internetauktionshaus Ebay (http://go.tt.com/n2ySfS) will die Organisation, die angesichts der Blockade durch Kreditkartenunternehmen wie Visa und Mastercard mit akuten Finanzproblemen kämpft, Geld für ihre laufenden Aktivitäten sammeln.

Angeboten wird etwa einer der beiden Laptops, mit denen die Veröffentlichung der mehr als 250.000 vertraulichen US-Depeschen vorbereitet worden war. Das Startgebot liegt bei 6000 Pfund (6863 Euro). Allerdings sollte der zukünftige Besitzer sorgsam mit dem Gerät und dem Inhalt umgehen. Auf dem Laptop klebt die Botschaft „Wenn Sie diesen Computer für andere Zwecke als zur Nutzung unserer Datenbank einsetzen, wird sie das Wikileaks-Team töten.“

Für eine von Wikileaks-Gründer Julian Assange signierte Kopie der Depesche, in der US-Außenministerin Hillary Clinton die Geheimdienste zum Ausspionieren der Vereinten Nationen anweist, gilt ein Mindestgebot von 2100 Pfund.

Außerdem wurden Eintrittskarten für eine Modenschau von Vivienne Westwood Ende September in Paris angeboten, die Assange von der britischen Designerin zu seinem 40. Geburtstag in diesem Jahr geschenkt bekam.

Auch ein Foto mit Autogramm des Wikileaks-Gründers soll an den Mann gebracht werden. Das letzte Gebot liegt derzeit bei 710 Pfund.

Die meisten Gebote gab es am Montag jedoch für ein versiegeltes Kaffeepaket, das Assange im Dezember aus dem Londoner Wandsworth-Gefängnis schmuggelte, in dem er eine Woche wegen eines schwedischen Auslieferungsgesuchs einsaß. Assanges Unterschrift und sein Fingerabdruck sollen die Echtheit des Päckchens garantieren. Zwölf Bieter trieben den Preis bis Mittwochvormittag von 200 auf 273 Pfund.

Der Erlös soll ausschließlich für die Tätigkeit von Wikileaks verwendet werden, nicht für Assanges Kampf gegen seine Auslieferung. Dem Australier wird in Schweden Vergewaltigung vorgeworfen. (TT.com, APA)