Baby-Kamel

Vikunja-Nachwuchs im Wiener Tiergarten Schönbrunn

Noch ist das Baby-Vikunja im Schloss Schönbrunn keinen Namen: Doch ein kleiner Star ist das Kamel schon jetzt.

Wien – Zierliche Beine, flauschiges, zimtfarbenes Fell und schwarze Knopfaugen: Das Vikunja-Weibchen Gisela hat am Sonntag nach rund einem Jahr Tragzeit im Tiergarten Schönbrunn in Wien für Nachwuchs gesorgt. Das Geschlecht des Jungtiers ist noch nicht bekannt. Das gab die Tiergarten am Mittwoch in einer Aussendung bekannt.

Vikunjas sind mit einer Schulterhöhe von nur etwa einem Meter die kleinste Kamelart. Sie sind in den südamerikanischen Anden bis in Höhen von 5.500 Meter heimisch. „Ihr ungewöhnlich großes Herz versorgt sie trotz dünner Höhenluft mit ausreichend Sauerstoff. Gegen Kälte schützt sie ihr außerordentlich dichtes Fell“, erläuterte Tiergarten-Direktorin Dagmar Schratter.

Die Wolle der Vikunjas gilt als die seltenste und teuerste der Welt. Sie ist feiner als Kaschmir. Bereits die Inkas haben aus der Wolle der zierlichen Kamele Kleidungsstücke hergestellt. Die Jagd war streng geregelt. Mit dem Eintreffen der spanischen Eroberer im 16. Jahrhundert wurde es für die Vikunjas gefährlich: Wegen ihres Fells wurden sie beinahe ausgerottet. Heute gilt ihr Bestand mit rund 350.000 Tieren im Freiland als gesichert. In Zoos werden sie im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogrammes (EEP) nachgezüchtet.