Innsbrucker Med-Uni-Rektor will Studiengebühren nur für Ausländer

Herbert Lochs kann sich Beiträge in der Höhe von 3.000 bis 5.000 Euro vorstellen. Heimische Studenten sollen innerhalb der Regelstudienzeit von der Gebühr befreit werden.

Innsbruck - In der aktuellen Diskussion um das von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) aufs Tapet gebrachte Studiengebühren-Modell hat der Rektor der Medizinischen Universität Innsbruck, Herbert Lochs, mit einem anderen Vorschlag aufhorchen lassen. Für ausländische Studenten sollen seiner Meinung nach die Gebühren „nach oben nicht begrenzt“ sein. Österreichische Studierende sollen mittels „Studienscheck“ innerhalb der Regelstudienzeit gebührenbefreit sein, erklärte Lochs sein Modell am Mittwoch.

Die Einhebung und Verwendung der Studienbeiträge solle - wie im von Töchterle vorgesehenen Modell - autonom den einzelnen Unis obliegen, sagte der Uni-Rektor. Bei der Höhe der Studiengebühren für ausländische Studenten könne er sich durchaus Beiträge in der Höhe von 3.000 bis 5.000 Euro vorstellen. Den heimischen Hochschülern solle der Staat die Beiträge hingegen mittels eines nach der Matura ausgestellten Schecks bezahlen. Sollten diese jedoch länger als die vorgesehene Regelstudienzeit benötigen, wären nach und nach steigende Studienbeiträge fällig.

Laut Lochs sei dies ein „ausgefeiltes Modell“, das er bereits EU-rechtlich prüfen habe lassen. Töchterles Vorschlag mit verpflichtenden, von den Unis einzuhebenden Studiengebühren für alle halte er zwar für gut, aber: „Man muss etwas machen, dass dann auch politisch durchsetzbar ist.“

„Ohne zusätzliches Geld bricht Spitzenforschung zusammen“

Durch die vom Wissenschaftsminister den Unis zugesagte „Hochschul-Milliarde“ hoffe der Rektor der Med-Uni, zusätzliche Studienplätze finanzieren zu können. „Wir haben derzeit in Innsbruck 430 Studienplätze. Mit den zugesagten Geldern sind 50 Plätze mehr vorstellbar“, führte Lochs aus. Zudem gebe es „Ersatzbedarf“ bei Geräten im Rahmen der Forschungsarbeit. „Ohne zusätzliches Geld würde die Spitzenforschung zusammenbrechen „, sagte er.