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Fremdwährungskredite: Erste Bank bietet Wechsel in Euro-Kredit

Die Erste Bank wird nun alle in Frage kommenden rund 16.000 Privatkunden, die einen Frankenkredit haben, anschreiben.

Wien - Die Erste Bank rät ihren Kunden, ihre Frankenkredite in Euro-Kredite umzuwechseln. Anlass dazu ist die Entscheidung der Schweizer Notenbank (SNB), die eine dauerhafte Stabilisierung des Frankenkurses zum Euro bei mindestens 1,20 Euro sicherstellen will. Kunden sollten das „offenen Fenster“ nutzen, und überlegen, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel da ist, meinte Erste Bank-Vorstand Peter Bosek am Mittwochabend in Wien vor Journalisten.

Für die Frankenkreditkunden bestehe weiterhin die Gefahr, dass sich der Kurs in die falsche Richtung entwickle, so Bosek. Die Bank werde aber keine Zwangsmaßnahmen treffen oder Druck ausüben. Man müsse auch jeden Einzelfall gesondert anschauen.

Bei der Konvertierung eines Frankenkredites kann der Kunde unter zwei Varianten wählen. Entweder er konvertiert in einen Euro-Kredit mit 3,75 Prozent Fixzins oder in einen variablen Euro-Kredit mit Zinsdeckel bei 4,75 Prozent auf zehn Jahre. Für den Kunden fallen keine Mehrkosten an. Der Bank bleibt aber die Zinsmarge aus dem Frankenkredit, und sie hat weniger Risiko in den Büchern. Der Kunde zahle im Endergebnis genau so viel an Zinsen, wie für den Frankenkredit.

Wer nicht in einen Euro-Kredit wechseln will, sollte zumindest über eine Umstellung vom endfälligen in einen tilgenden Kredit nachdenken oder vorzeitig tilgen. Dabei könnte die Ansparrate für den Tilgungsträger in eine Kreditrate für den Kredit umgelenkt werden. Der Tilgungsträger selbst könnte ohne Nebenkosten stillgelegt werden.

Die Erste Bank wird nun alle in Frage kommenden rund 16.000 Privatkunden, die einen Frankenkredit haben, anschreiben. Das aushaftende Volumen beträgt rund 2 Mrd. Euro. Weitere 700 Mio. Euro wurden an Firmen vergeben. Insgesamt wurden 63 Mrd. Euro in Österreich und 134 Mrd. Euro in der Gruppe an Krediten vergeben. Durchschnittlich wurden bei den Frankenkrediten von den Privatkunden 150.000 Euro aufgenommen. Dieser Wert hat sich in der Zwischenzeit durch die Wechselkursschwankungen auf 195.000 Euro erhöht.

Bis Ende August haben bereits fünf Prozent der Erste-Kunden konvertiert. 80 Prozent der Kunden signalisieren, dass sie es ebenfalls tun wollen, so Bosek. Das Angebot läuft bis Jahresende. (APA)