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Verluste in Ungarn für RBI schwer abschätzbar

Trotz einer hoher Bankensteuer in Ungarn und der von der Regierung Orban beschlossenen vorzeitigen Fremdwährungskredite-Tilgung will sich Raiffeisen nicht aus dem Land zurückziehen. „Wir gehen nicht in Länder, um beim ersten Wind wieder hinauszugehen“, sagte RZB-Chef Rothensteiner in Wien. Die Höhe der drohenden Verluste durch Fremdwährungskredit-Konvertierungen konnte er nicht beziffern.

Raiffeisen habe in Ungarn Fremdwährungskredite im Umfang von 1,5 bis 1,6 Mrd. Euro vergeben, erklärte Johann Strobl, Risikovorstand in der RZB. Vergangenen Montag hat das ungarische Parlament ein heftig umstrittenes Gesetz beschlossen, das eine vorzeitige Tilgung von hypothekarischen Fremdwährungskrediten zu einem festgelegten Wechselkurs ermöglicht. Laut dem neuen Gesetz können Fremdwährungskredite zu einem Kurs von 180 Forint je Schweizer Franken und 250 Forint je Euro getilgt werden. Derzeit liegt der Wechselkurs deutlich höher bei 240 Forint je Schweizer Franken und 294 Forint je Euro.

Wie viele Kreditnehmer in Ungarn die vorzeitige Tilgung in Anspruch nehmen werden, ist für den Risikovorstand „schwer einzuschätzen“. Die Regelung sei ein „sehr, sehr schwerer Fehler“ gewesen und werde Ungarn „mittelfristig schaden“. Die österreichische Regierung habe versucht, das Gesetz zu verhindern, aber die ungarische Regierung war „nicht interessiert zu reden“, so Strobl. Es gebe aber zumindest „keine Anzeichen“, dass ein ähnliches Gesetz in Polen oder Rumänien beschlossen werde.

Zur diskutierten Finanztransaktionssteuer innerhalb der EU äußerte sich Rothensteiner nicht generell ablehnend: Diese solle aber nicht zusätzlich zu den nationalen Bankensteuern gelten. „In Österreich versickert die Bankenabgabe leider im Budget“, kritisierte der RZB-Chef. In Deutschland würden die Gelder hingegen in einen Banken-Krisenfonds fließen.