Pakistans Außenministerin droht USA mit Bruch
Pakistan hat den USA angesichts von Vorwürfen der Unterstützung des Terrorismus mit einem Ende der strategischen Partnerschaft gedroht. „Jede öffentliche Äußerung mit dem Ziel, einen Verbündeten zu kritisieren oder zu demütigen, ist nicht hinnehmbar“, sagte Außenministerin Khar dem pakistanischen Fernsehsender Geo TV. „Ihr könnt es euch nicht leisten, euch von Pakistan zu entfernen“, so Khar.
Khar, die sich zur Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York aufhielt, reagierte damit auf Äußerungen von US-Generalstabschef Mullen vom Vortag. Dieser hatte Pakistan vorgeworfen, das mit den radikalislamischen Taliban und dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete Haqqani-Netzwerk zu unterstützen und über seine Geheimdienste Gewalt in Afghanistan auch gegen US-Soldaten zu fördern. Vor dem Verteidigungsausschuss des US-Senats sagte Mullen gar, das Haqqani-Netzwerk, das unter anderem für zahlreiche blutige Angriffe in der afghanischen Hauptstadt Kabul verantwortlich gemacht wird, sei der bewaffnete „Arm“ des pakistanischen Geheimdienstes ISI. Mit so harten Worten hatte bisher kein US-Vertreter öffentlich Pakistan kritisiert.
Washington überweist der Regierung in Islamabad jährlich Milliarden Dollar Militärhilfe. Zugleich verdächtigen US-Vertreter Pakistan, heimlich die Aufständischen in Afghanistan zu unterstützen, die ihre Rückzugsgebiete in den pakistanischen Stammesgebieten an der afghanischen Grenze haben, um sich so Einfluss in Afghanistan zu sichern. Die USA haben Pakistan zuletzt immer wieder aufgefordert, Haqqani und andere Aufständischen-Gruppen energischer zu bekämpfen. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern hatten sich stark verschlechtert, nachdem US-Elitesoldaten Anfang Mai Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in seinem Versteck in der pakistanischen Garnisonsstadt Abbottabad töteten. Die pakistanische Regierung wurde von dem Einsatz vorab nicht informiert.
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