Druck auf Griechenland wächst
Der internationale Druck auf das pleitebedrohte Griechenland wächst: Nach einer Serie von radikalen Sparbeschlüssen muss Athen jetzt liefern. Der deutsche Finanzminister Schäuble forderte die Regierung des Landes eindringlich auf, die versprochenen Gegenleistungen für die Finanzhilfen jetzt auch einzuhalten. Allerdings wächst die Skepsis, ob Griechenland in der Lage sein wird, dies zu erfüllen.
Der griechische Finanzminister Venizelos soll erstmals über einen Schuldenschnitt von 50 Prozent gesprochen haben. Dies berichteten übereinstimmend mehrere griechische Medien am Freitag. Der US-Ökonom Kenneth Rogoff hält einen Schuldenschnitt für unvermeidlich. Der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitag) sagte Rogoff: „Die Gläubiger werden von einem Euro nominalen Schulden wahrscheinlich nur 30 oder 40 Cent wiedersehen, vielleicht noch weniger.“
Der niederländische Notenbankchef Klaas Knot schließt unterdessen eine Pleite Griechenlands nicht mehr aus. „Dies ist eines der Szenarien“, sagte das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem Interview mit der niederländischen Wirtschaftszeitung „Het Financieele Dagblad“.
Venizelos wollte am Freitag in New York der IWF-Chefin Lagarde sowie Bankern die neuesten Sparbeschlüsse seiner Regierung präsentieren. Dies teilte sein Büro in Athen mit. Zudem wollte Venizelos für die Beteiligung von amerikanischen Banken bei der Beteiligung des privaten Sektors (PSI) an dem im Juli geschnürten zweiten Hilfspaket werben. Die IWF-Experten werden in der kommenden Woche zusammen mit EU- und EZB-Fachleuten in Athen prüfen, wie ernst es Griechenland mit dem Sparen meint. Gibt die „Troika“ kein grünes Licht, bekommt Griechenland die nächste Acht-Milliarden-Tranche aus dem ersten Hilfspaket nicht - und das Land wäre im Oktober zahlungsunfähig.
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