Gesellschaft

Papst in Freiburg umjubelt

Mit „Benedetto“-Rufen und weiß-gelben Fähnchen ist Papst Benedikt XVI. auf der letzten Station seiner Deutschland-Reise in Freiburg empfangen worden. In der Universitätsstadt will er sich mit Vertretern der Orthodoxen Kirche in Deutschland und dem Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken sowie mit Altkanzler Helmut Kohl (CDU) treffen.

Am Abend ist auf dem Messegelände eine Gebetsandacht mit 30.000 Jugendlichen geplant, am Sonntag eine Messe auf dem Flugplatz mit 90.000 Gläubigen. In der Früh hatte Benedikt bei einer Messe auf dem Erfurter Domplatz den Mut der Katholiken in DDR-Zeiten gewürdigt.

In Freiburg jubelten 24.000 Menschen dem Pontifex bei strahlendem Sonnenschein zu. Der 84-Jährige fuhr im Papamobil durch eine von Menschen gesäumte enge Gasse zum Münster. Durch die offenen Seitenfenster winkte er den Gläubigen zu. Nach einem kurzen Rundgang durch das 1513 fertiggestellte Gotteshaus und einem Gebet richtete Benedikt vor dem Westflügel ein Grußwort an 3.000 ausgewählte Bürger.

Bei der Papstmesse auf dem Domplatz in Erfurt mit 28.000 Gläubigen herrschte am Morgen ähnlich gute Stimmung wie in Freiburg. Der Papst hob die Standfestigkeit der Katholiken im Osten hervor. „Die politischen Veränderungen des Jahres 1989 in unserem Land waren nicht nur durch das Verlangen nach Wohlstand und Reisefreiheit motiviert, sondern entscheidend durch die Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit.“

Am Morgen sorgte ein Zwischenfall in Erfurt für Aufregung: Etwa zwei Stunden vor Beginn der Messe mit dem Papst auf dem Domplatz gab ein Mann mit einem Luftdruckgewehr vier Schüsse auf private Sicherheitskräfte an einer Kontrollstelle ab. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest, der die Tat bestreitet. Verletzt wurde niemand.