UNICEF warnt vor Kindersterben in Ost-Afrika

Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF hat vor einem weiteren Massensterben von Kindern in Ostafrika gewarnt. „Am Horn von Afrika leiden derzeit Hunderttausende Kinder an akuter Mangelernährung“, sagte UNICEF-Chef Anthony Lake in Berlin. Er sprach von der „schlimmsten humanitären Katastrophe, die sich auf der Welt derzeit ereignet“ und forderte dringend Hilfslieferungen.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind von der Hungersnot in Ostafrika derzeit mehr als 13 Millionen Menschen betroffen, darunter viele Millionen Kinder. Allein in Somalia sind 450.000 Kinder akut mangelernährt, davon 200.000 in lebensbedrohlichem Zustand. Mehrere zehntausend Menschen starben in den vergangenen Monaten bereits. Vermutlich war jedes zweite Opfer ein Kind. Befürchtet wird, dass sich die Lage weiter verschlimmert.

„Wir stehen unter einem enormen Zeitdruck, die Kinder mit Nahrungsmitteln zu versorgen“, sagte Lake. „Vor allem in Regenzeiten wie jetzt breiten sich Infektionskrankheiten wie Masern und Cholera aus. Masern werden in solchen Krisen für Kinder zu einem der schlimmsten Killer.“ Der UNICEF-Exekutivdirektor war einst Sicherheitsberater von US-Präsident Clinton. Das Kinderhilfswerk leitet er seit Mai vergangenen Jahres.

Lake warb zugleich um weitere Spenden. „Unsere Sorge ist, dass die Aufmerksamkeit, die es noch vor einigen Monaten für die Lage am Horn von Afrika gab, mittlerweile verschwunden ist. Aber dort leiden immer noch so viele Leute, dass man das nicht einfach vergessen darf.“ Gerade Kinder könnten auch noch an der Schwelle zum Tod gerettet werden, wenn sie rechtzeitig behandelt werden.


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