Kanzlergattin arbeitete laut „Falter“ für „Heute“-Eigentümer

Martina Ludwig-Faymann sieht darin kein Unvereinbarkeitsproblem. Ihr Ehemann steht seit Wochen wegen seiner Inseratenvergabepraxis unter massiver Kritik.

Wien – Die Nähe zwischen Bundeskanzler Werner Faymann (S) und der Wiener Gratiszeitung „Heute“ schließt möglicherweise auch Kanzlergattin Martina Ludwig-Faymann mit ein. Nach einem Bericht der Wiener Wochenzeitung „Falter“ war sie von Sommer 2010 an ein Jahr lang für den Relaunch des Magazins „Fair Wohnen“ zuständig, das von der „QMM Quality Multi Media Gmbh“ produziert wird, die im Eigentum der „Periodika Privatstiftung“ steht. Diese ist wiederum an der Gratiszeitung „Heute“ beteiligt.

Das Job-Angebot für die Kanzlergattin kam damals direkt von „Heute“-Geschäftsführer Wolfgang Jansky, schreibt der „Falter“. Ludwig-Faymann sieht in der beruflichen Verbindung zu „Heute“ kein Problem. „Ich habe mein Leben lang als Journalistin gearbeitet. Habe ich jetzt Berufsverbot, weil mein Mann Kanzler ist?“, wird sie von der Wiener Stadtzeitung zitiert. Die Frage, in wessen Besitz sich die Zeitung, für die sie gearbeitet habe, befinde, habe sie sich nicht gestellt.

Bundeskanzler Faymann sieht sich in Politik und Medien seit Wochen massiver Kritik wegen seiner Nähe und der langjährigen Inseratenvergabepraxis an Wiener Boulevardzeitungen ausgesetzt. Neben seiner Gattin stehen auch aktive und ehemalige enge Mitarbeiter Faymanns in Verbindung zu „Heute“.

So wurde die Zeitung 2004 von Wolfgang Jansky gegründet, der davor Pressesprecher Faymanns als Wiener Wohnbaustadtrat war. Pressesprecherin von Faymanns engstem Vertrauten Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (S) ist heute Janskys Lebensgefährtin Elvira Franta, die auch für die Inseratenvergabe des Kanzleramts zuständig ist. (APA)

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