Gesellschaft

Attacke an Schaffner - Verkehrschaos in Frankreich

Nach einer brutalen Messerattacke gegen einen Schaffner haben in Frankreich zahlreiche Bahnmitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Mit der Akti...

Nach einer brutalen Messerattacke gegen einen Schaffner haben in Frankreich zahlreiche Bahnmitarbeiter die Arbeit niedergelegt. Mit der Aktion sorgten sie landesweit für ein Verkehrschaos. Am Freitag in der Früh rollte auf den Regionalstrecken nur jeder vierte Zug. Das Innenministerium richtete ein Krisenzentrum ein, um Tausende festsitzende Reisende zu unterstützen.

Bei den Hochgeschwindigkeitsverbindungen fielen im Schnitt zwei von drei Zügen aus, teilte die Bahngesellschaft SNCF mit. Zuvor hatten bereits alle Nachtzüge gestrichen werden müssen. SNCF-Chef Guillaume Pepy rief die Beschäftigten am Freitag auf, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. „Die Erregung ist groß, aber es bringt nichts, die Fahrgäste (...) zu bestrafen“, sagte er dem Radiosender RTL. Der Angriff sei die verrückte Tat eines Geistesgestörten gewesen. So etwas passiere selten.

Zu dem Angriff auf den Zugbegleiter war es am Donnerstag auf der Strecke von Lyon nach Straßburg gekommen. Der 54-Jährige wurde von einem offensichtlich geistesgestörten Passagier mit acht Messerstichen lebensgefährlich verletzt, als er diesen wegen Schwarzfahrens verwarnen wollte. Der Täter konnte festgenommen werden. Sein Opfer war nach einer Notoperation in einem stabilen Zustand. Grundsätzlich gelten blutige Attacken gegen Bahnmitarbeiter in Frankreich als selten. Die letzten Fälle, die große Schlagzeilen machten, ereigneten sich 2004 und 1999.

Wann sich der Bahnverkehr wieder normalisiert, war zunächst unklar. Die Fahrgäste wurden wegen der Streiks gebeten, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen oder ihre Reise zu verschieben. Thalys- und Eurostar-Züge waren nicht von den Arbeitsniederlegungen betroffen.