Atomkatastrophe in Japan

Reaktorruine in Fukushima wird mit Polyester-Planen abgedeckt

Die neue Hülle soll etwa 90 Prozent der Radioaktivität abfangen, so die Betreiberfirma Tepco.

Tokio - Ein Reaktorgebäude des durch den Tsunami beschädigten japanischen Kernkraftwerks Fukushima Daiichi erhält eine Abdeckung aus Polyester-Planen. Dadurch solle das weitere Austreten von Radioaktivität verhindert werden, teilte die Betreiberfirma Tepco am Montag mit. Arbeiter montierten über dem Reaktorgebäude eins mit Hilfe eines Stahlgerüsts riesige Planen aus Polyesterfasern, sagte Tepco-Sprecher Takeo Iwamoto.

Das Kraftwerk wurde durch das Erdbeben vom 11. März und den darauffolgenden Tsunami beschädigt. Im Reaktorgebäude eins kam es in den Tagen nach dem Beben durch eine Wasserstoffexplosion zu weiteren Schäden, seitdem tritt radioaktives Material aus.

Die neue Hülle, zusammen mit einem Belüftungssystem, soll etwa 90 Prozent der Radioaktivität abfangen, sagte Iwamoto. Bis Ende Oktober soll das System fertig sein. Bei einem Erfolg sollen auch die beschädigten Reaktorgebäude drei und vier Polyesterhüllen erhalten, hieß es.

„Behübschung der Ruine ändert nichts an Kernschmelze“Für die Pläne gab es allerdings Kritik von Global 2000. „Die Behübschung der Reaktorruine ändert nichts an der Kernschmelze, die sich hinter dem Plastik-Mantel weiter durch den Reaktordruckbehälter frisst und das Kühlwasser sowie das umliegende Grund- und Meerwasser verseucht“, kritisierte Reinhard Uhrig, Atomexperte der Umweltorganisation. Ein sinnvollerer Ansatz wäre die Errichtung eines stabilen Sarkophargs um die drei zerstörten Reaktoren. (APA/dpa)