Umsturz in Libyen

Pro-Gaddafi-Sender bestätigt Tod des Despotensohns Khamis

Khamis hatte eine Elite-Einheit des Gaddafi-Regimes kommandiert, die für ihre Grausamkeit berüchtigt war.

Tripolis - Der syrische Pro-Gaddafi-Fernsehsender Al-Rai hat mit mehrwöchiger Verspätung den Tod von Khamis al-Gaddafi, einem Sohn des untergetauchten Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi, bestätigt. Wie der Sender am Montag berichtete, war Gaddafis zweitjüngster Sohn am 29. August in Tarhuna, 80 Kilometer südöstlich von Tripolis, bei Kämpfen mit den Milizen der Übergangsrates getötet worden. Er hatte eine Elite-Einheit des Gaddafi-Regimes kommandiert, die für ihre Grausamkeit berüchtigt war.

Mit ihm zusammen sei auch sein Cousin Mohammed Abdullah al-Senussi, ein Sohn des Geheimdienstchefs und Gaddafi-Schwagers Abdullah Senussi, getötet worden, hieß es in dem Bericht. Es handelt sich um die erste Bestätigung des Todes von Khamis al-Gaddafi aus dem Pro-Gaddafi-Lager. Der Übergangsrat hatte dies schon Ende August vermeldet. Die damaligen Rebellen hatten allerdings den Gaddafi-Sohn schon vorher zwei Mal ohne faktische Grundlage für tot erklärt.

Kampf um letzte Gaddafi-Hochburgen

Die Milizen des Übergangsrates unternahmen indes am Montag einen neuen Anlauf, die Wüstenstadt Bani Walid einzunehmen, berichteten arabische Fernsehsender. Der Ort 160 Kilometer südöstlich von Tripolis sowie einige Wohnblöcke in Gaddafis Geburtsstadt Sirte sind die letzten Positionen, in denen sich bewaffnete Gaddafi-Anhänger verschanzt haben. Die Truppen des Übergangsrates sind seit mehreren Wochen damit beschäftigt, den erbitterten Widerstand der letzten Gaddafi-Getreuen zu brechen. (APA/dpa)