Iran will „erfundenen Vorwürfen“ der USA nachgehen
Die Regierung in Teheran fordert Informationen über den angeblichen Mordkomplott gegen den saudischen Botschafter in Washington.
Teheran – Die iranische Regierung will nach eigenen Angaben den Anschuldigungen der USA hinsichtlich des mutmaßlichen Anschlagsplans auf den saudi-arabischen Botschafter in Washington nachgehen.
Auch wenn es sich um „erfundene“ Vorwürfe handle, sei der Iran bereit, den Fall zu untersuchen, sagte der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi am Montag laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur Irna. Seine Regierung habe die USA aufgefordert, die vorhandenen Informationen zu dem Fall und den darin verwickelten Verdächtigen vorzulegen.
Die US-Regierung wirft dem Iran vor, die Ermordung des saudi-arabischen Botschafters in den USA geplant zu haben. Als Drahtzieher gilt nach US-Angaben ein 56-Jähriger mit iranischer und US-Staatsbürgerschaft, der Ende September in New York festgenommen wurde, sowie ein Mitglied der El-Kuds-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden, der flüchtig ist.
Der Iran weist jegliche Verwicklung in den Plan zurück und sieht darin eine Aktion, die einen Keil zwischen die muslimischen Länder treiben, Israel schützen und den Iran weiter isolieren soll.
Anfrage an Washington
Salehi hatte bereits am Samstag erklärt, dass Teheran eine Anfrage an Washington gerichtet habe mit der Bitte um Informationen über die vermeintlichen Drahtzieher. „Entgegen internationaler Konventionen und Rechtsnormen“ habe Washington darauf aber nicht reagiert. Zugleich hatte die iranische Führung die USA am Sonntag aufgefordert, einen Konsulatsbesuch für den festgenommenen Verdächtigen zu ermöglichen. (APA/AFP)