Griechischer Minister mahnt zu rascher Umsetzung
Der griechische Wirtschaftsminister Chrysochoidis hat bei seinem Besuch in Österreich die EU zur Umsetzung der Beschlüsse vom 21. Juli gemahnt. „Die lange Verzögerung hat uns große Probleme verursacht“, sagte er bei einer Pressekonferenz mit Wirtschaftsminister Mitterlehner am Montag in Wien. Er hoffe nun auf eine „Botschaft der Sicherheit“ am 23. Oktober (beim EU-Gipfel, Anm.), so der Minister.
Der Minister, der zuvor bereits in Frankreich und Deutschland war, zeigte Verständnis für die Verzögerung. „Wir verstehen alle Probleme, die die Länder haben, aber wie sie sehen, wenn wir die Lösung verzögern wird das Problem größer“. Eine Lösung im europäischen Rahmen müsse Sicherheit und Vertrauen wiederherstellen.
Konkrete Angaben zur Höhe eines Schuldenerlasses (Haircut), den Griechenland benötigt, wollte er nicht machen. Das sei nicht seine Aufgabe, sagte der Minister.
Chrysochoidis zeigte sich überzeugt, dass die griechische Regierung die Sparmaßnahmen durchsetzen könne. Wenn in anderen Ländern derartige einschneidende Schritte gesetzt würden, dann würde es dort zu einer „Revolution“ kommen. Das griechische Volk verstehe den Sparkurs, dass die Gewerkschaften Demonstrationen und Streiks organisierten sei verständlich, so der Minister. „Das griechische Volk hat sehr viel Geduld“. Der Sparkurs führe viele Menschen in Armut, da Löhne und Pensionen drastisch gekürzt würden. Seine Regierung sei aber keine Koalitionsregierung, sondern verfüge über die Mehrheit im Parlament, daher werde Griechenland den Sparkurs weiterführen. Man werde auch für neue Maßnahmen stimmen, „um das Überleben Griechenlands zu sichern“.