Fleisch verseucht: Gleich 109 Spieler bei U17-WM positiv getestet
Massenhafte positive Doping-Tests bei der U17-Weltmeisterschaft im Juli in Mexiko haben den Fußball-Weltverband FIFA alarmiert.
Mexiko Stadt - Bei der U17-Weltmeisterschaft im Juli in Mexiko sind 109 der 208 Nachwuchsspieler positiv bei Doping-Kontrollen getestet worden. Dies gab der Fußball-Weltverband FIFA am Montag in einer internationalen Telefonkonferenz bekannt. Als Ursache nannte FIFA-Chefmediziner Jiri Dvorak Fleisch, das mit der verbotenen Doping-Substanz Clenbuterol belastet gewesen sei. Im Teilnehmerfeld der 24 Mannschaften habe es nur fünf Teams gegeben, in denen keine Spieler positiv getestet wurden.
„Es ist ein ernsthaftes Problem der öffentlichen Gesundheit, kein Doping-Problem“, erklärte Dvorak. Clenbuterol wird in der Kälbermast verwendet und steht auf der Liste der verbotenen Substanzen. Bekannt wurde das Mittel durch den Fall der deutschen Sprinterin Katrin Krabbe 1992. „Es gab keine Gefährdung für die Spieler bei der U17-WM“, betonte Dvorak.
Probleme mit Fleisch schon beim Gold-Cup
Bereits beim Gold Cup im Juni in den USA, einem Turnier für Nationalmannschaften in Nord- und Mittelamerika, waren fünf mexikanische Spieler positiv auf Clenbuterol getestet worden. Bereits da hatten Untersuchungen der FIFA ergeben, dass Clenbuterol-verseuchtes Fleisch zu den Funden geführt hatte. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte deshalb in der vergangenen Woche auf eine Berufung beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) gegen den Freispruch der fünf Spieler verzichtet.
Während sich die mexikanische Regierung nach dem Gold Cup noch gegen den Vorwurf wehrte, es handele sich um ein ernsthaftes Gesundheitsproblem in ihrem Land, hat es nun offenbar reagiert. „In den vergangenen drei Monaten haben wir Maßnahmen ergriffen“, berichtete Mikel Arriola, Staatssekretär im mexikanischen Gesundheitsministerium.
Mexiko das einzige Land mit diesem Problem?
Seitdem seien in sieben Regionen des Landes 644 Kontrollen in Schlachthöfen vorgenommen worden. Dabei habe es 99 positive Befunde gegeben. Sieben Schlachthöfe seien geschlossen worden, so Arriola. „Wir setzen die Inspektionen fort“, versicherte er. Zudem wollen die Organisatoren der am Freitag in der mexikanischen Stadt Guadalajara begonnenen Panamerikanischen Spiele garantieren, dass die Sportler aus mehr als 42 Ländern unbelastetes Fleisch zu essen bekommen.
„Für mich war das Ergebnis bei der U17-WM eine große Überraschung“, sagte Dvorak. „Es stellt sich nun für mich die Frage: Ist Mexiko das einzige Land mit diesem Problem?“ (dpa)