„Neuorganisation“ der Kunsthalle in Aussicht

Nach der heftigen Kritik seitens der Wiener Oppositionsparteien an der Kunsthalle Wien und deren Direktor Gerald Matt hat sich nun auch Kulturstadtrat Mailath-Pokorny zu den neuen Vorwürfen geäußert. Im Ö1-“Morgenjournal“ stellte er eine „Neuorganisation“ der Kunsthalle „in unmittelbarer Zukunft“ in Aussicht. Konkret gehe es dabei um die Gründung einer GmbH inklusive Aufsichtsrat.

Über den noch bis 2014 laufenden Vertrag von Matt könne aber er nicht bestimmen. Laufende Verträge „sind nur dann aufzulösen, wenn es tatsächlich strafrechtlich relevante Vorkommnisse gibt. Und die haben die Strafbehörden festzustellen.“

Dennoch sind nach Ansicht des Kulturstadtrats „personell Erneuerungen durchzuführen - auf den Ebenen der GmbH und des Vereins“. Unabhängig davon gehe es ihm darum, „die Kunsthalle von jedem Makel, von jedem schlechten Nachruf zu befreien“. Von den Verantwortlichen des Wiener Ausstellungshauses erwarte er, „dass sie raschestmöglich mit all diesen Vorhaltungen aufräumen und dass man daraus auch die entsprechenden Schlüsse ziehen kann“. An der grundsätzlichen Neuorganisation der Kunsthalle arbeite man schon länger. „Das ist ja keine Sache, die man mit einem einfachen Dekret verfügt.“

Grundsätzlich ist Mailath-Pokorny der Meinung, dass im Hinblick auf Kultureinrichtungen „zu recht wieder verstärkte Kontrollen und Einflussmöglichkeiten der Politik gefragt sind“. Ihm liege aber nichts daran, „die Geschäftsführung zu übernehmen oder inhaltlichen Einfluss zu übernehmen“, stellte er klar. „Ich werde meines dazu tun, auch vielleicht im Sinne von Corporate Government Richtlinien für die gesamten Wiener Kultureinrichtungen eine einheitliche Linie fest zu schreiben. Und die kann meiner Meinung nach nur darin bestehen, dass man der Politik Kontrollmöglichkeiten an die Hand gibt, für die sie dann auch Rede und Antwort stehen muss.“

Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, soll Matt in den Jahren von 1998 bis 2005 private Dienstleistungen über das Ausstellungshaus verrechnet haben. Kunsthalle-Präsident Thomas Häusle hat bereits am Sonntag die Vorwürfe zurückgewiesen, man werde aber das Kontrollamt im Zuge der laufenden Prüfungen beauftragen, den Vorwürfen nachzugehen.


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