Massive Streiks in Griechenland - Auch Flugverkehr betroffen

Griechische Fluglotsen streiken für zwölf Stunden.

Athen – In Griechenland haben am Dienstag mehrere hunderttausend streikende Beamte und Arbeitnehmer das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt. Für Mittwoch und Donnerstag haben die beiden größten Gewerkschaftsverbände des staatlichen und privaten Bereichs (GSEE und ADEDY) einen Generalstreik als Protest gegen den Sparkurs der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou ausgerufen. Höhepunkt der Proteste soll eine Massendemonstration vor dem Parlament in Athen sein. Auch Flugreisende nach Griechenland müssen sich in den nächsten Tagen auf Verspätungen und Ausfälle einstellen.

Im griechischen Radio und im Fernsehen gab es schon am Dienstag keine Nachrichten, am Mittwoch sollten keine Zeitungen erscheinen. Alle Staatsbediensteten sollten nicht zur Arbeit erscheinen. Bus- und U-Bahnfahrer wollen für mehrere Stunden die Arbeit niederlegen, die Taxieigner für 48 Stunden.

Papandreou rief seine Landsleute auf, nicht mehr zu streiken. „Wenn wir das Land zersetzen, werden wir nicht das Geld finden, um Löhne und Renten zu zahlen“, warnte er seine Landsleute in einer Rede im Parlament in Athen. Seine Regierung werde dem Druck der Streiks standhalten.

Griechenland-Urlauber müssen für die nächsten Tage umplanen: Die griechischen Fluglotsen streiken für zwölf Stunden. Wie ihre Gewerkschaft am Dienstagabend mitteilte, wird der Streik am Mittwoch um 00.01 Uhr (23.01 Uhr MESZ) beginnen und zwölf Stunden später enden. Die Fluglinien riefen ihre Kunden auf, umgehend Kontakt mit ihnen aufzunehmen, weil viele bereits annullierte Flüge am Mittwoch doch stattfinden werden. Unklar blieb, ob und für wie lange die Fluglotsen am Donnerstag streiken wollen. Die Fluglinien wollen ihre Kunden, die am Donnerstag von und nach Griechenland fliegen, informieren. Ursprünglich wollten die Fluglotsen für 48 Stunden streiken.

Die Reiseveranstalter bereiten sich mit Sonderflugplänen auf den Fluglotsenstreik in dem Euro-Krisenland vor. Bei Tui sind nach Unternehmensangaben rund 6.000 Gäste betroffen, die am Mittwoch und Donnerstag fliegen wollten. Alle Flüge würden erst nach Beendigung des Streiks in den griechischen Ferienzielen landen, erklärte Tui. Die Gäste würden über die geänderten Flugzeiten informiert. Tui empfiehlt den Urlaubern zudem, sich im Internet oder im Reisebüro auf dem Laufenden zu halten. Der Reisekonzern empfiehlt zudem, sich auf den Internetseiten www.tui.com und www.tuifly.com und auf den Seiten der Airlines zu informieren.

Bei den Veranstaltern der Thomas-Cook-Gruppe mit der Hauptmarke Neckermann sind nach Unternehmensangaben rund 3.000 Gäste betroffen. Die zum Konzern gehörende Fluggesellschaft Condor erstellte ebenfalls einen Ersatzflugplan, ebenso wie Germanwings. Die Fluggesellschaft teilte mit, betroffene Passagiere könnten rund um die Uhr den Status Ihres Fluges im Internet einsehen.

Die Lufthansa kündigte am Dienstag ebenfalls für die nächsten Tage erhebliche Beeinträchtigungen an. Durch die Beteiligung der griechischen Flugsicherung an dem Streik würden sich ab Dienstagabend um 23.00 Uhr bis zum Ende des Streiks Flüge verspäten oder müssten gestrichen werden, sagte eine Sprecherin von Deutschlands größter Fluggesellschaft am Dienstag. Das heiße aber nicht, dass sämtliche Flüge gestrichen würden. Die Anzahl der täglichen Flüge von und nach Griechenland nannte die Lufthansa zunächst nicht. Die Lufthansa bittet ihre Kunden, sich im Internet über den Status ihrer Flüge zu erkundigen. (APA/dpa/Reuters)


Kommentieren


Schlagworte