Uni Innsbruck: Gespräche mit ÖH vor Einführung von Gebühren
Rektor Tilmann Märk will sich bezüglich Studiengebühren erst festlegen, wenn das vom Wissenschatsminister vorgelegte Gutachten geprüft wurde.
Innsbruck – Nach der Veröffentlichung des Gutachtens von Verfassungsjurist Heinz Mayer, demzufolge es ab März 2012 wieder Studiengebühren geben könnte, haben die Rektoren der österreichischen Universitäten bereits erste Vorstellungen für den Fall des Falles geäußert. Die TU Graz etwa kann sich einen Studienbeitrag von 500 Euro pro Semester vorstellen, wie derStandard.at berichtete.
In Innsbruck nimmt man den Vorstoß von Wissenschaftsminister Töchterle, die Unis bei der Beitragsgestaltung im Falle autonom entscheiden zu lassen, gelassen.
Bevor keine Rechtssicherheit herrscht, sieht Tilmann Märk, Rektor der Uni Innsbruck, keinen Bedarf, sich über etwaige Studiengebühren den Kopf zu zerbrechen.
Märk äußert im Gespräch mit TT.com seine Hoffnung, dass nach Töchterles Ankündigung Bewegung in die Hochschulpolitik kommt und SPÖ und ÖVP wieder am Verhandlungstisch Platz nehmen und rasch eine Lösung finden.
Studiengebühren nur fünf Prozent des Gesamtbudgets
Der Innsbrucker Rektor weist darauf, dass Studiengebühren lediglich fünf Prozent des Gesamtbudgets der Universitäten ausmachen, also nicht gravierend ins Gewicht fallen. Sie seien lediglich ein kleiner Teilaspekt der Uni-Problematik. Man müsse einerseits mit Finanzierung und andererseits mit Zugangsregeln ein Universitäten-Gesamtpaket schnüren, erklärt Märk gegenüber TT.com und verweist auf Töchterles Hochschulplan, der bis Jahresende fertig sein soll.
Im Fall der Fälle: Entscheidung nur im Konsens
Sollte der Fall eintreten, dass die Unis autonom über Studiengebühren entscheiden können, kann sich Märk eine Entscheidung für die Universität Innsbruck nur im Konsens mit der Innsbrucker HochschülerInnenschaft und den Mitgliedern des Senats vorstellen.
Der freie Hochschulzugang in Österreich sei ein hohes Gut, das Recht auf Bildung müsse in jedem Fall für alle bestehen bleiben. „Wir möchten auf niemanden, der gerne studieren möchte, verzichten müssen“, betont der Rektor abschließend. (ema)