Wintersport

Sölden-Durststrecke der ÖSV-Herren soll endlich ein Ende finden

Seit 2005 haben Raich und Co. das Auftaktrennen am Rettenbachferner nicht gewonnen. Das soll sich möglichst schon an diesem Wochenende ändern.

Sölden - Seit 2006 und somit so lange wie in keiner anderen Disziplin jagen Österreichs alpine Ski-Riesentorläufer vergeblich der Kristallkugel hinterher. Sogar seit 2005 sind die ÖSV-Herren ohne Sieg beim am Sonntag steigenden Weltcup-Auftakt in Sölden (9.45 und 12.45 Uhr). Heuer scheinen die Vorzeichen günstig zu stehen, dass Rot-Weiß-Rot die Durststrecken beendet.

„Wollen um die Kugel mitfahren“

Mit einer breiten Spitze, nämlich gleich mit fünf Läufern in den Top-15 der Weltrangliste, greifen die Österreicher die vom US-Amerikaner Ted Ligety angeführte Konkurrenz an. „Unser Saisonziel muss sein, dass einer aus diesem Quintett ganz vorne landet. Wir wollen um die Kugel mitfahren“, stellte Andreas Puelacher, der Chef der Trainingsgruppe Riesentorlauf und Kombination, klar.

Die fünf aussichtsreichen Anwärter sind Philipp Schörghofer (7. der Weltrangliste), Marcel Hirscher (12.), Romed Baumann (13.), Hannes Reichelt (14.) und Benjamin Raich (15.). Das Sölden-Ticket über die teaminterne Qualifikation gelöst haben Marcel Mathis, Christoph Nösig, Vincent Kriechmayer und Routinier Stephan Görgl.

Heißester Kandidat aus dem ÖSV-Team dürfte Schörghofer sein. Der Salzburger war im vergangenen Winter als Siebenter bester Österreicher im Riesentorlauf-Weltcup und hat in der Saisonvorbereitung auch im Training stark aufgezeigt. Bei den vier ÖSV-Quali-Läufen am vergangenen Freitag auf dem Sölder Rennhang war Schörghofer insgesamt der mit Abstand Schnellste. „Training und Rennen sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Es läuft nicht schlecht, aber auch nicht außergewöhnlich gut“, meinte Schörghofer angesichts der vielen Vorschusslorbeeren.

Ungewissheit bei Jungstar Hirscher

„Wenn Schörgi seine Performance aus dem Training auch im Rennen zeigt, wird es sehr schwer, ihn zu schlagen“, sagte aber auch Schörghofers Teamkollege Hirscher. Der Jungstar ist nach Schörghofer Hoffnungsträger Nummer zwei für die Riesentorlauf-Saison. Beim 22-jährigen Salzburger muss jedoch abgewartet werden, wie er den am 6. Februar in Hinterstoder erlittenen Kahnbeinbruch im linken Fuß verkraftet hat.

Riesentorlauf-Coach Puelacher kennt das Rezept für den Erfolg in Sölden: „Gletscherschnee ist schon etwas sehr Spezielles. Die Bedingungen sind aggressiv und griffig, da darf man nicht zu grob skifahren.“ Puelacher zählt Sölden zu den absoluten Klassikern im Kalender. „Das ist eines der schwierigsten Rennen der Saison, Sölden kann man mit Adelboden und Kranjska Gora gleichsetzen.“

Als schärfste Rivalen sieht der Tiroler natürlich den dreifachen Riesentorlauf-Weltcup-Sieger Ligety, aber auch die Top-Läufer aus der Schweiz (Carlo Janka, Didier Cuche), Norwegen (Aksel Lund Svindal, Kjetil Jansrud), Frankreich (Cyprien Richard, Thomas Fanara) oder Italien (Massimiliano Blardone). (APA)