Wirtschaftsleitbild Tirol 2011

Frauen und Ältere sollen Wirtschaft ankurbeln

Die Wirtschaftsexperten Gottfried Tappeiner, Rainer Seyrling und Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf präsentierten heute, Donnerstag, das „Wirtschaftsleitbild Tirol 2011“.

Innsbruck – Die Steigerung der Erwerbsquote, die Erhöhung der Produktivität und die Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Tirols. Das waren die Themenschwerpunkte des Wirtschaftsleitbildes Tirol 2011, präsentiert von Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf, Gottfried Tappeiner, Volkswirt von der Universität Innsbruck und Rainer Seyrling, Abteilung Wirtschaft und Arbeit.

Der demographische Wandel sei die zentrale Frage unserer Zeit und hier sehen die Verantwortlichen auch Entwicklungspotenzial. Der Anteil der 15 bis 65-Jährigen an der Bevölkerung werde in Zukunft zurückgehen, erklärte Zoller-Frischauf. Deswegen sei es umso wichtiger die Älteren und auch die Frauen stärker in den Erwerbsprozess miteinzubeziehen.

Eine Anhebung des Pensionsantrittsalters sei keine Lösung, meinte Tappeiner. In Tirol würden 70 Prozent der 50 bis 60-Jährigen in Pension gehen. Vielmehr solle man versuchen „näher an den gesetzlichen Rentenantritt von 65 heranzukommen“, so der Volkswirt. Denn dies sei ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Erwerbsquote. Um die Berufstätigkeit der Frauen zu erhöhen, schlagen die Experten zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder vor. Hier seien die Sozialpartner gefragt, heißt es im Wirtschaftsleitbild.

Durch Bildung und Innovation wollen die Verantwortlichen die Produktivität steigern. Deswegen sei der Abschluss eines Berufes ein wichtiger Faktor für die Wirtschaft, betonte Tappeiner. Laut Lissabon-Vertrag sollte der Anteil der Bevölkerung ohne Berufsabschluss nicht über zehn Prozent liegen.

So sieht das auch Tappeiner. Denn ein hoher Anteil an Personen ohne Berufsabschluss sei nicht nachhaltig und schade der Wirtschaft, so der Experte. Der Volkswirt stellte sich dann die Frage, ob Leitbilder in einer schnelllebigen Zeit zweckmäßig seien. „Gerade jetzt braucht es klare und beständige Strategien“, sagte der Fachmann und unterstrich damit die Bedeutung eines Leitbildes.

Im Bereich Forschung und Entwicklung wollen die Verantwortlichen unter anderem mit dem Aufbau eines Forschungsnetzwerks und der Errichtung einer IT-Plattform punkten. Das Forschungsnetzwerk solle nach dem Muster der sozialen Netzwerke aufgebaut werden, das eine zentrale Anlaufstelle für interessierte Unternehmen und Experten sein soll.

Der technologische Vorsprung, die Marktnähe Tirols zu europäischen Märkten und das Zusammenspiel der oben genannten Bereiche sollte die Wettbewerbsfähigkeit insgesamt verbessern, so die einheitliche Meinung. (tt.com)