Chaotische Zustände: Sintflutartiger Regen legte Rom lahm
Nach stundenlangen Gewittern standen mehrere Viertel der Ewigen Stadt unter Wasser. Der Verkehr brach völlig zusammen, ein Pensionist ertrank in seiner Kellerwohnung.
Rom - Schwere Unwetter haben in Rom am Donnerstagvormittag chaotische Zustände ausgelöst. Die sintflutartigen Regenfälle hielten stundenlang an. U-Bahn-Linien mussten geschlossen werden, der städtische Autoverkehr brach zusammen. Auch das öffentliche Verkehrssystem kam zum Erliegen. Viele Straßen in der Innenstadt wurden überschwemmt. Dutzende Autos blieben hängen. Einige Lenker mussten ihre Wagen über die Fenster verlassen.
Die Feuerwehr konnte am Donnerstag einen alten Mann nur noch tot in seiner Kellerwohnung bergen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Seine Wohnung wurde überflutet. Nach einer weiteren Person wird noch gesucht.
Die Kaiserlichen Foren, die an Werktagen für Autos befahrbar sind, waren vollkommen überschwemmt. Vor dem Kolosseum bildete sich ein See. „Rom hat Hochwasser wie in Venedig erlebt“, kommentierte ein fassungsloser Tourist die Lage.
Über 5.000 Hilfsanrufe erhielt die Feuerwehr in wenigen Stunden. Dutzende Wohnungen wurden in den nördlichen Stadtteilen überschwemmt. Eine Familie, deren Wohnung unter Wasser stand, musste in Sicherheit gebracht werden.
7.000 Blitze in wenigen Stunden
„Es war wie ein Erdbeben“, sagte der römische Bürgermeister Gianni Alemanno. 7.000 Blitze seien in wenigen Stunden über Rom niedergegangen. Der Bürgermeister wies den Vorwurf zurück, dass sich die Gemeinde nicht auf die Niederschläge vorbereitet haben. „Es waren Gewitter, nicht sintflutartige Regenfälle vorgesehen“, betonte Alemanno.
Meteorologen erklärten, die heftigen Niederschläge seien eine Folge der ungewöhnlich hohen Temperaturen in den vergangenen Wochen. In einigen Stadtteilen seien in zwei Stunden 100 Milliliter Regen gefallen. Mit weiteren Niederschlägen sei bis Sonntag zu rechnen, so die Wetterexperten.