Grüne weisen Hochegger-Vorwürfe zurück
SPÖ-Chef Josef Cap sieht Hocheggers Aussagen als Ablenkungsmanöver.
Wien – Die Grüne Abgeordnete Gabriela Moser und die frühere Grüne Mandatarin Monika Langthaler weisen die Vorwürfe des Lobbyisten Peter Hochegger entschieden zurück. Hochegger behauptet im aktuellen News, die Telekom „hat immer beste Kontakte“ zu Moser gehabt und die Firma Langthalers habe eine Kooperation mit der Telekom im Wert von 25.000 Euro gehabt. Sowohl Moser als auch Langthaler sehen diese Vorwürfe im Zusammenhang mit den Diskussionen über einen möglichen Vorsitz Mosers im geplanten U-Ausschuss.
Hochegger erklärt, die Telekom habe eine Kooperation mit der Filmhof Veranstaltungs- und BetriebsgmbH in Asparn an der Zaya gehabt, die Langthaler und ihrem Mann Michael Rosenberg gehört. Der Lobbyist begründet dies damit, dass Langhalter nicht nur beste Kontakte zu den Grünen, sondern auch zur ÖVP Niederösterreich habe. „Sie war sicher eine wertvolle Kommunikationsplattform für die Telekom.“ Es sei dabei um einen Betrag von 25.000 Euro gegangen.
Moser wies den Vorwurf, Kontakt zur Telekom zu haben, entschieden zurück: „Es hat vor keiner Gesetzesänderung jemals jemand Kontakt mit mir aufgenommen, weder von der Telekom, noch vom Büro Langthaler.
Moser geht davon aus, dass es sich bei den Anschuldigungen um einen Versuch handelt, sie am Vorsitz im geplanten U-Ausschuss zu hindern.
Moser ist Telekomsprecherin der Grünen und hatte wesentlich zu den Aufdeckungen rund um die Telekom Austria beigetragen.
Keine Gespräche mit Hochegger über die Grünen
Wie schon am 31. August, als die Vorwürfe der Zahlungen von der Telekom erstmals öffentlich wurden, betonten die Filmhof GmbH, an der Langthaler mit 25 Prozent beteiligt ist, und Langthaler selbst, dass alles korrekt abgelaufen sei. Die Telekom habe standardisierte Sponsoringverträge für umfangreiche Werbeleistungen sowie Kartenkontingente für Veranstaltungen gekauft. Die Preise dafür seien für alle Sponsoren und Unternehmen gleich. Die Verträge mit der Telekom seien auch mit der Telekom abgerechnet worden. Ausschließlich in einem einzigen Jahr, 2008, sei gebeten worden, Rechnungen für Werbung, Events oder Marketing an die Valora Hocheggers zu schicken, weil diese damals, für die Marketingmaßnahmen der Telekom einschließlich deren Verrechnung, zuständig gewesen sei.
Für alle erbrachten Leistungen gebe es nachweisbare Belegexemplare. Weder Langthaler, noch ihr Ehemann hätten je „inhaltliche Gespräche“ mit Hochegger geführt. „Es gab keine wie immer gearteten Gespräche über die Grünen, noch wurde über die Abgeordnete Gabi Moser im Besonderen gesprochen.“
Cap: Hochegger will von Korruptionsvorwürfen in der schwarz-blauen Regierung ablenken
SPÖ-Klubobmann Josef Cap sieht in den Anschuldigungen Hocheggers ein „Ablenkungsmanöver“ von den Skandalen, die zwischen 2000 und 2007 unter Schwarz-Blau passiert seien.
Hochegger erklärt im News, dass der frühere SPÖ-Kommunikationschef Heinz Lederer der Telekom Kontakte mit dem damaligen SPÖ-Vorsitzenden Alfred Gusenbauer Josef Cap vermittelt habe.
Er führe grundsätzlich keine Geheimgespräche und Entscheidungen aller Art fielen in der Partei unbeeinflusst, versicherte der Klubchef Donnerstagmittag gegenüber der APA.
Es sei seine Aufgabe, mit Vertretern der Wirtschaft zu sprechen. Diese Unterredungen seien aber nicht geheim, betonte Cap.
Die Motivation Hocheggers zu versuchen, nun auch die SPÖ in die Telekom-Affäre hineinzuziehen, ist für Cap, dass dieser von den diversen Korruptionsvorwürfen in der schwarz-blauen Regierungszeit ablenken wolle. Ob eine Partei - etwa die ÖVP - den Lobbyisten dazu motiviert haben könnte, wollte der Klubobmann nicht beurteilen.
Hocheggers Agentur, die ursprünglich als eher SP-nahe galt, hatte unter Schwarz-Blau vor allem dank des damaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser einen rasanten Aufstieg genommen. Medienberichten zufolge soll er zwischen 2000 und 2006 mehr als 40 Millionen Euro verdient haben. Wieder in die Schlagzeilen kam er 2009 als eine der Schlüsselfiguren der Buwog-Affäre, wo er eine Millionen-Provision für Vermittlertätigkeiten kassiert und diese offenbar nicht korrekt versteuert hatte. Hochegger erstattete Selbstanzeige. (tt.com/APA)