Kneissl - Vorerst kein Vertrag beim Insolvenzgericht eingelangt

Gläubigerausschuss hatte sich vor mehr als zwei Wochen auf die deutsche Kramer Elastics geeinigt - Al Jaber überwies zwischenzeitlich 200.000 Euro.

Innsbruck - Der Verkaufsprozess der pleitegegangenen Tiroler Skifirma Kneissl dürfte sich weiter in die Länge ziehen. Beim Insolvenzgericht war am Donnerstag vorerst noch kein unterfertigter Kaufvertrag zur Prüfung eingelangt, erklärte Konkursrichter Hannes Seiser der APA. Der Gläubigerausschuss hatte sich vor mehr als zwei Wochen auf die deutsche Kramer Elastics als Bestbieter und Käufer geeinigt. Zwischenzeitlich überwies der frühere Mehrheitseigentümer Mohammed Al Jaber 200.000 Euro.

Das Geld sei auch tatsächlich eingelangt, sagte Walter Hintringer vom Kreditschutzverband von 1870 (KSV). Ob sich der saudisch-österreichische Investor damit wieder ins Spiel um die Konkursmasse gebracht habe, werde sich zeigen. Jetzt müsse abgewartet werden, ob auch die angekündigten, restlichen 1,8 Millionen Euro fließen. Denn soviel sei sicher, falls das Insolvenzgericht den Kaufvertrag mit der Kramer Elastics absegne, sei Al Jaber aus dem Spiel.

Al Jaber hat Mitte Juni die Frist für die Annahme der Sanierung der Kneissl Holding GmbH, der Kneissl Tirol GmbH und der Kneissl Star Lounge GmbH auslaufen lassen. Al Jaber hätte eine Zahlung in Höhe von 2,1 Mio. Euro an den Masseverwalter überweisen und eine „Rückstehungserklärung“ der Bank Austria abliefern müssen. Zwei Wochen davor hatte er sich nach der Annahme der Sanierungspläne durch die Gläubiger noch erfreut gezeigt.

Über Kneissl wurde nach monatelangem Hin und Her am 8. Februar dieses Jahres der Konkurs eröffnet. Al Jaber ließ wiederholt Zahlungsfristen für eine längst zugesagte rettende Kapitalerhöhung verstreichen. Bereits 1980 und 2003 war das Unternehmen in die Pleite geschlittert. (APA)


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