Dämmstoffabsprachen

Hausdurchsuchungen bei Baustoffhändlern wegen Preisabsprachen

Dem Vernehmen nach sollen BauMax, Hagebau, OBI, Hornbach und Pramer im Visier der Ermittler stehen.

Wien - Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) führt die ganze Woche bereits Hausdurchsuchungen bei Baustoffhändlern wegen Absprachen von Dammstoffprodukten. Sie werden am heutigen Freitag abgeschlossen, wurde der APA aus der Wettbewerbsbehörde ohne Nennung von Namen bestätigt.

Ein Dutzend Ermittler waren durch halb Österreich unterwegs. Es handle sich um eine Hand voll Unternehmen. Dabei gehe es um „vertikale Preisabsprachen“ zwischen Händlern und Produzenten des Styropordämmstoffes EPS. Der Dämmstoff wird für die thermische Sanierung von Häusern und Wohnungen verwendet, die von der öffentlichen Hand massiv gefördert wird.

Allein heuer wurden bis Ende September von Österreichs Unternehmen und Haushalten rund 92 Mio. Euro an Förderungen für die thermische Sanierung abgeholt. Die damit ausgelösten Investitionen betrugen laut dem Wirtschafts- und Umweltministerium 780 Mio. Euro.

Bis 2014 ist eine jährliche Förderung von bis zu 100 Mio. Euro vorgesehen. Bereits im August hatte es Hausdurchsuchungen bei den Dämmstoffproduzenten gegeben.

Dem Vernehmen nach sollen BauMax, Hagebau, OBI, Hornbach und Pramer im Visier der Ermittler stehen. Die Baustoffhändler geben sich zu den Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts auf Kartellabsprachen bei Dämmstoffen aber zugeknüpft: Von bauMax hieß es, dass man zu „laufenden Verfahren“ nichts sagen will. Bei Hagebau kam ein knappes „kein Kommentar“. Bei OBI, Pramer und Hornbach war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Bereits heuer im August hatten die Wettbewerbshüter Razzien in der Dämmstoffbranche vorgenommen, die illegal Preisabsprachen getätigt haben soll. Ins Visier der Fahnder waren damals die Produzenten Austrotherm, swisspor und Steinbacher geraten. (APA)