23-Jähriger wegen Ausschreitungen in Rom verhaftet

Ein 23-jähriger Anarchist, der sich an den schweren Ausschreitungen am Rande der Demonstration gegen die Macht der Finanz vor einer Woche in Rom beteiligt hat, ist von der italienischen Polizei verhaftet worden. Der Student wird des Mordversuchs beschuldigt, berichteten italienische Medien am Sonntag.

Unweit der Lateranbasilika hatte der Student mit Molotowcocktails versucht, ein gepanzertes Fahrzeug der Polizei in Brand zu setzen. Dabei war ein Polizist verletzt worden. Dem Verdächtigen werden auch schwere Verwüstungen vorgeworfen.

Der Student wurde verhaftet, kurz bevor er ins norditalienische Susa-Tal fahren wollte, wo am Sonntag eine Massendemonstration gegen den Bau einer Bahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Turin und Lyon geplant ist. Die Sicherheitskräfte befürchten Ausschreitungen bei der Demonstration. Indiskretionen zufolge sollen demnächst weitere Anarchisten verhaftet werden, die sich an den Krawallen in Rom beteiligt hatten.

Neun der zwölf Randalierer, die nach den schweren Ausschreitungen bei der Großdemonstration in Rom festgenommen worden waren, bleiben in Haft. Den Angeklagten, Jugendlichen unter 30 Jahren, drohten Haftstrafen bis zu 15 Jahren wegen Gewalt und Widerstand gegen die Polizei, berichteten italienische Medien.

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Laut den Staatsanwälten handelt es sich nicht um Personen mit Verbindungen zu Anarchisten- oder Hooligankreisen. Die meisten von ihnen sind nicht vorbestraft. Die Ausschreitungen seien schon wochenlang vor der Demonstration in Rom vorbereitet worden, berichtete die Polizei. Die für die Krawalle gut ausgerüsteten autonomen Gruppen seien über Internet koordiniert worden.

Innenminister Maroni hatte am Dienstag im Senat neue Maßnahmen ankündigt, mit denen den Sicherheitskräften mehr Kompetenzen bei der Vorbeugung von Krawallen eingeräumt werden sollen. Demnach sollen Randalierer, die in flagranti verhaftet werden, sofort vor Gericht landen.


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