Viele positive Aspekte bei Saisonstart der ÖSV-Damen
Erstes Sölden-Podest für Görgl, Zettel besser als erwartet - Vonn legte im Duell mit Höfl-Riesch vor.
Sölden – Die drittplatzierte Elisabeth Görgl hat sich mit ihrem ersten Stockerlplatz auf dem Rettenbachferner mit Sölden versöhnt. Auch sonst hat es viele positive Aspekte im Team der österreichischen Skidamen im Saison-Auftaktrennen gegeben. Beim Erfolg von Lindsey Vonn, dem ersten Sieg einer US-Amerikanerin im Sölden-Weltcup-Riesentorlauf, schafften es mit Anna Fenninger (6.) und Kathrin Zettel (7.) zwei weitere ins vorderste Feld. Nach einem freiem Sonntag beginnt am Montag im Ötztal die Vorbereitung auf den Levi-Slalom (12. November).
„Mochte den Berg eigentlich nie“
Dass die ÖSV-Damen im Gletscherbewerb wohl nicht um den Sieg mitreden werden, hatte Cheftrainer Herbert Mandl im Vorfeld bereits angemerkt, aber auch, dass sich einige seiner Athletinnen im Training gut präsentiert hatten. Dem Berg, den sie „eigentlich nie mochte“, nun auch ihren Stempel aufgedruckt, hat die Steirerin Görgl, die sich trotz nicht optimaler Läufe hinter Vonn und der deutschen Vorjahressiegerin und Kugelverteidigerin Viktoria Rebensburg platzierte. „Die Top Fünf waren mein Traum, Top Ten wäre gut gewesen“, meinte die strahlende Görgl.
Vor allem freute sie, dass sie die Trainingsleistungen „ruhig und solide“ im Rennen umgesetzt habe. „Ich bin cool geblieben und bin nicht ausgeflippt. Sicher hilft mir dabei auch die Bestätigung durch die Erfolge der letzten Saison und der WM“, erklärte die 30-Jährige, die sich im Sommertraining in dieser Disziplin technisch ebenso weiterentwickelt hat wie Fenninger. „Da kann viel drinnen sein heuer, das weiß ich“, sagte Görgl.
Nervosität in Durchgang eins
Und das weiß auch Fenninger, die „im ersten Durchgang sicher fünfmal so nervös“ gewesen ist als im zweiten. „Ich wusste nicht, wo ich stehe. Aber das Training hat mir gutes Selbstvertrauen gegeben. Im zweiten war ich dann ganz beruhigt am Start, ich wusste, wenn ich das noch einmal so mache, dann passt es. Ich glaube, ich habe die Schwünge sogar besser getroffen als im ersten“, sagte die Super-Kombinations-Weltmeisterin aus Salzburg.
Zettel erreichte mehr, als sie nach ihren langwierigen Hüft- und Knieproblemen erwartet hatte. „Mir geht es voll gut, mir tut nichts weh. Der zweite Durchgang war schon näher wieder an dem dran, was ich schon gezeigt habe. Ich werde dran weiterarbeiten - in aller Ruhe wie zuvor, das hat sehr gut funktioniert. Ich glaube, da kann ich heuer noch viel erreichen.“
So sah auch Mandl neben dem Stockerlplatz Görgls viel Positives. „Dass Anna so weit vorne ist, ist sehr erfreulich. Sie ist sehr gut Ski gefahren. Auch für Kathrin ist das Ergebnis in ihrem Zustand äußerst positiv. Köhle hat sich im zweiten Durchgang nach vor gearbeitet. Und Depauli hat ein super Riesentorlauf-Debüt mit einem guten ersten Lauf hingelegt“, zählte Mandl auf und sieht für den Winter „sehr gutes Potenzial“ in seinem Team.
Hosp mit „zu viel Respekt“
Hinter dem rot-weiß-roten Top-Trio kamen Michaela Kirchgasser (14.), Stefanie Köhle (16.), Andrea Fischbacher und Europacup-Gesamtsiegerin Jessica Depauli (je 26.) in die Punkteränge. Nicole Hosp hatte als 31. nach dem ersten Durchgang die Finalteilnahme verpasst. „Sie hat zu viel Respekt, sie ist auch im Training nicht ans Limit gegangen, fährt zu zurückhaltend und traut es sich nicht zu“, analysierte Mandl. Hosp hatte sich vor zwei Jahren auf dem Rettenbachferner das Kreuzband gerissen.
Duell der „Freundinnen“
Im Duell Vonn gegen Gesamtweltcup-Siegerin Maria Höfl-Riesch steht es 1:0 für die Herausforderin, die nun als fünfte Sportlerin in allen alpinen Ski-Disziplinen einen Weltcupsieg errungen hat. Riesch kam am Samstag über Rang 24 nicht hinaus. „Ich habe von vorneherein gesagt, man sollte das Ergebnis hier nicht überbewerten - in keine Richtung. Ich bin nicht zu Tode betrübt.“ Es sei ein erster Gradmesser aber nicht total richtungsweisend. „Es gab schon Siegerinnen in Sölden, die dann das ganze Jahr nicht mehr auf dem Podest gestanden sind.“
Vonn meinte mit Blick auf den Gesamtweltcup: „Es macht Spaß, schon in Führung zu sein. Aber die Saison ist noch lang. Für die Moral ist es natürlich ein großer Schub. Es hätte nicht besser beginnen können.“ (APA)